Evangelischer Militärbischof: Bundeswehr braucht hoch qualifizierte Mitarbeiter

Deutschland spricht 2019
Evangelischer Militärbischof: Bundeswehr braucht hoch qualifizierte Mitarbeiter
Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann begrüßt die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Bundeswehr familienfreundlicher zu machen. "Es ist wunderbar, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Soldaten in Gang gebracht wird", sagte Prälat Dutzmann dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Berlin. Für Soldaten sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein "Dauerthema".

Der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der das Amt des Militärbischofs im Nebenamt ausübt, ergänzte: "Die Bundeswehr bietet als Arbeitgeberin andere Rahmenbedingungen als die meisten Unternehmen." Zugleich konkurriere sie mit anderen Arbeitgebern um die klügsten Köpfe. Die Bundeswehr brauche hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Ein Job in der Verwaltung lässt sich besser mit Famile vereinbaren als Schichtarbeit

"An der Grenze zwischen Leben und Tod sind immer auch verantwortliches Handeln und ethische Reflexion erforderlich", unterstrich Dutzmann. Für diese Mitarbeiter müsse die Bundeswehr, die seit Juli 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht ein Freiwilligenheer ist, attraktive Arbeitsbedingungen schaffen.

Der evangelische Militärbischof verwies darauf, dass es bei der Bundeswehr unterschiedliche Arbeitsplätze gibt: Einige seien familienfreundlicher, andere seien weniger mit einem Familienleben vereinbar. "Wenn jemand in der Verwaltung sitzt, ist etwa Teilzeitarbeit leichter zu organisieren als in der Flugsicherung oder im Bundeswehrkrankenhaus, wo im Schichtbetrieb gearbeitet wird", sagte Dutzmann.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte angekündigt, sie wolle die Bundeswehr zum familienfreundlichen Unternehmen umbauen. Dazu sollen Teilzeit und Elternzeit für Soldaten leichter möglich sein, Kinderbetreuung in den Kasernen ausgebaut und Versetzungen beschränkt werden. Denkbar sind ihrer Ansicht nach auch Lebensarbeitszeitkonten, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können.

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