Der Lehrer und Sachbuchautor Bob Blume rät Eltern zur Gelassenheit bei schlechten Zeugnisnoten. Statt mit Vorwürfen und Strafen zu reagieren, sollten Väter und Mütter Ruhe bewahren, sagt Blume dem Evangelischen Pressedienst (epd).
So könne es gut sein, mit dem Kind erst einmal ein Eis essen zu gehen. Zudem sollten Eltern die eigenen Erwartungen hinterfragen. So sei eine Drei keine schlechte Note, sondern bedeute, dass das Kind alles Wesentliche verstanden habe.
Außerdem seien Schulzeugnisse nur eine Momentaufnahme und "keine Bewertung der Person", betont der Autor des Buchs "Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?" (Mosaik Verlag, 2026). Nach Ansicht des Pädagogen zerstören Noten die Motivation.
Zudem seien sie "wenig aussagekräftig, oft unfair und setzen Kinder unter Druck", erklärt der Bildungsinfluencer, der als "Netzlehrer" mehr als 240.000 Follower auf Instagram hat: "Druck und Versagensängste sind alles andere als nachhaltig fürs Lernen."
Noten können Motivation zerstören
Auch eine Belohnung guter Noten mit Geld oder kleinen Geschenken könne die Motivation zerstören, sagt Blume, der bis Ende 2025 als Lehrer im baden-württembergischen Bühl arbeitete und jetzt an der Universität Linz promoviert. Dies sei eine "Belohnung zweiten Grades", weil es keine Rolle mehr spiele, was und wie viel jemand gelernt habe.
Wichtiger sei ein Perspektivwechsel. So könnten Eltern etwa sagen: "Beim nächsten Mal wird es besser" oder "Was du gelernt hast, kann dir keiner mehr wegnehmen". Das sei keine Kuschelpädagogik, betont Blume. Würden Kinder für ihre Anstrengung und die Lernstrategien gelobt, würden auch die Noten langfristig besser.



