Lüpertz-Fenster im Naumburger Dom eingeweiht

Kirchenfenster im Ostchor des Naumburger Doms
epd-bild/Sven Jacob
Teil eines Glasfensters mit einem Motiv "Das Licht verdrängt den Teufel" im Ostchor des Naumburger Doms.
Moderne Glaskunst bringt neues Licht
Lüpertz-Fenster im Naumburger Dom eingeweiht
Die farbgewaltigen Glasfenster des Künstlers Markus Lüpertz wurden im Ostchor des Naumburger Doms feierlich eingeweiht. Wo einst graue, verhängte Fenster die Sicht nahmen, leuchtet jetzt moderne Glaskunst.

Moderne Glaskunst des Düsseldorfer Künstlers Markus Lüpertz lässt den Ostchor des Naumburger Doms in neuen Farben erstrahlen. Mit einer feierlichen Andacht am Montag wurden die neuen Fenster eingeweiht, wie die Vereinigten Domstifter in Naumburg mitteilten.

Die beiden großen Fenster rahmen die vorhandenen sechs historischen Glasfenster ein. Diese stammten nach Angaben der Domstifter aus dem 14., 15. und 19. Jahrhundert und hatten dank umfangreicher Restaurierungsmaßnahmen ihre farbige Leuchtkraft wieder zurückerhalten. Hingegen verloren das große Süd- und Nordfenster des Chores im Laufe der Jahre ihre ursprüngliche Farbigkeit und wurden den Angaben zufolge zeitweise sogar verhängt.

Der Naumburger Dom wurde etwa 1210 bis 1260 errichtet und ist besonders wegen des gotischen Westchores und seinen Stifterfiguren bekannt. Er zählt zu den Meisterwerken der Frühgotik. 

Teil eines Glasfensters mit einem Motiv "Erzengel Michael".

Stiftsdirektor Holger Kunde lobte die gelungene Farbwirkung der neuen Fenster. Den Angaben zufolge zeigen die Motive die Themen Erlösung und Verdammnis.
Möglich gemacht wurden die modernen Glaskunstwerke durch die Förderung der Getec-Stiftung und der Dr. Harald Hack Stiftung, hieß es.

Markus Lüpertz (85) zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart.

"Die neuen Fenster im Ostchor des Naumburger Doms schaffen nicht nur faszinierende Licht- und Farbräume, sondern eröffnen auch neue Zugänge zu einem bedeutenden Teil unseres kulturellen Erbes", sagte Heidelinde Gerhold, Vorstandsvorsitzende der Getec-Stiftung.