Grönland: Mehr Seelsorge nach Trump-Forderung

Polarlichter am HImmel über Kreuzen in Nuuk in Grönland
Evgeniy Maloletka/AP/dpa/Evgeniy Maloletka
Von Grönlands knapp 57.000 Einwohnern gehören 94 Prozent der Evangelischen grönländischen Kirche an.
Grönländer rücken zusammen
Grönland: Mehr Seelsorge nach Trump-Forderung
Angesichts der amerikanischen Begehrlichkeiten rücken die Grönländer enger zusammen und suchen Halt im Glauben. Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk erzählt von Schlafproblemen und Sorgen.

Der Bedarf an Seelsorge ist auf Grönland gestiegen, seit US-Präsident Donald Trump mit der Übernahme der Insel gedroht hat. "Die Drohungen haben uns ins Herz getroffen, und die Menschen machen sich Sorgen, wie es weitergehen wird", sagt die grönländische Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk im Interview mit dem Portal evangelische-zeitung.de. Viele Menschen hätten Schlafprobleme bekommen.

"Es war gewünscht, dass geistliche Personen in Führungspositionen über Menschenrechte und Frieden sprechen." So habe sie den Pastorinnen und Pastoren Friedensgebete und Lieder empfohlen.

Von Grönlands knapp 57.000 Einwohnern gehören 94 Prozent der Evangelischen grönländischen Kirche an, sagt die Bischöfin. "So gut wie alle getauften Kinder werden auch konfirmiert und kommen in großer Anzahl mit ihren Eltern in den Gottesdiensten."

Für das Oberhaupt der dänischen und grönländischen Kirche, König Frederik X, zu beten, falle Paneeraq Siegstad Munk nicht schwer. "Als gute Lutheraner folgen wir Paulus, der gesagt hat, dass wir ein Gebet für die Obrigkeit sprechen sollen - und so auch jeden Sonntag für den dänischen König und seine Familie."

Zudem sei Grönland durch Trumps Forderungen näher an Dänemark gerückt. Mit Blick auf den norwegisch-dänischen Pastor Hans Egede, der 1721 das Christentum nach Grönland brachte, sagt die Bischöfin: "Es ist heute sehr wichtig, die grönländische Geschichte zu kennen, zu lernen wie die Missionare gearbeitet haben und welche Fehler sie gemacht haben. Von Fehlern können wir auch lernen."