Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume
Unaufdringliche Lebenshilfe und Seelsorge in dunklen Zeiten.
Selma ist 18 Jahre alt, hat gerade ihr Abitur gemacht und viele Träume für die Zukunft. Doch dann nimmt ihr ein Unfall das Augenlicht. Wir erleben zusammen mit Selma das erste Jahr nach diesem Schicksalsschlag. Selma erzählt ihre Geschichte und nimmt die Leser mit hinein in ihre Fragen, ihre Verzweiflung, ihre Auseinandersetzung mit den Menschen um sie herum. Selma sucht ganz konkret auf drei wichtige Fragen eine Antwort: Warum ist das Leben so ungerecht? Woher bekomme ich wieder Mut zum Leben? Gibt es das Unsichtbare hinter den sichtbaren Dingen? - Hilfe in ihrer Situation erfährt Selma durch Lebensberichte einiger Bewohner eines Seniorenheims in ihrer Nähe. Die älteren Menschen erzählen Selma ungeschönt von Schicksalsschlägen und Lebenskrisen und berichten, was ihnen geholfen hat, wieder neuen Lebensmut zu fassen. - Ein zutiefst berührendes Buch, das keine vorschnellen oder einfachen Antworten gibt; einfühlsam und von großer Menschenkenntnis geprägt.
Sehr empfehlenswert, sollte in keiner Bücherei fehlen. Ein zutiefst seelsorgerliches Buch, das hilft, die richtigen Fragen zu stellen und keine vorschnellen Antworten zu geben.
Margot Haffke
Leibrock, Felix: Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume. Eine Erzählung für Hoffende. Felix Leibrock. München: Europa Verl. 2020. 235 S. ; 20 cm.
ISBN 978-3-95890-309-8, geb.: 16 Euro
Wie ich der wurde, den ich mag
Autobiografie des ehemaligen katholischen Priesters Pierre Stutz (*1953), der in seinem Lebenspartner die Befreiung fand.
Nach mehr als 40 spirituellen Büchern präsentiert Pierre Stutz (*1953) seine lang erwartete Autobiografie. Der ehemalige katholische Priester aus der Schweiz, der 2002 mit seinem Comingout gleichzeitig den Abschied aus dem Amt vollzog, durchlebt in einem schmerzhaft-heilsamen Schreibprozess sein Leben. Dabei widmet er sich intensiv den bitteren Momenten, wie dem sexuellen Missbrauch als unschuldiger 6-Jähriger, der Sehnsucht nach einem gleichgeschlechtlichen Partner oder seinem Leiden an einer menschenfeindlichen Kirche. Schwere Krisen und himmlische Gaben werden gleichermaßen beleuchtet, ebenso wie die Verwirklichung seines Lebenstraums von der Gründung eines offenen Klosters. In seiner neuen Heimat Osnabrück blickt er nun versöhnt zurück und illustriert eine bewegende Geschichte als besonderes Kind Gottes mit eingestreuten Fotos. – Das Buch trägt dazu bei, Offenheit und Toleranz in der (katholischen) Kirche zu fördern sowie das Verständnis für unterschiedliche Lebenswege zu vertiefen.
Nicht nur wegen des Bekanntheitsgrades des Autors, sondern auch wegen seiner Vorbildfunktion in vielen Lebenslagen sollte man das Buch lesen.
Martina Mattes
Stutz, Pierre: Wie ich der wurde, den ich mag. Pierre Stutz. München: bene! 2023. 191 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-96340-245-6, geb.: 22 Euro
Welche Farbe hat der Tod?
Ein Klinikseelsorger berichtet über seine Erfahrungen und bezieht diese auf grundsätzliche Entwicklungen in Gesellschaft u. Kirche.
Als Klinikseelsorger begleitet der Franziskaner-Pater Christoph Kreitmeir Menschen am Ende ihres Lebens. In diesem Buch beschreibt er seine Erfahrungen, unterlegt sie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und bezieht sie auf grundsätzliche Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche. In acht Kapiteln beschäftigt er sich mit der Angst vor dem Tod, der Kunst zu Leben und zu Sterben, dem Sterbeprozess, mit dem Verhältnis von Geburt und Tod, mit Seelsorge, mit Bestattungsformen und Ritualen und damit, was nach dem Tod kommt.
Was mich persönlich beim Lesen ein wenig störte, war der Eindruck, dass sich Herr Kreitmeir hier ein bisschen zu sehr um sich selbst zu drehen scheint. Und an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir etwas weniger Wertung in der Beschreibung des Verhaltens seines Gegenübers gewünscht.
Das Buch will Menschen einladen, sich mit dem Thema Tod bzw. Sterben zu befassen und auch am Ende des Lebens Kraft, Trost und Sinn zu erhoffen.
Susanne Betz
Kreitmeir, Christoph: Welche Farbe hat der Tod? Erfahrungen eines Klinikseelsorgers mit Leben und Sterben. Christoph Kreitmeir. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2023. 253 S. ; 22 cm.
ISBN 978-3-579-06231-0, kt.: 22 Euro
Komm, ich trag dich ein Stück, sagte die Schildkröte
Ein zärtlich-poetisches und tröstliches Bilderbuch zum Abschied nehmen.
Etwas Trauriges würde passieren. Etwas Unvorstellbares. Wahrscheinlich das Traurigste überhaupt. So beginnt die Geschichte von einem Kind, das den Tod eines Menschen aus seinem Umfeld erwartet. Wer das ist, bleibt offen – genauso wie das Geschlecht des Kindes. Das Sterben wühlt auf und macht vor allem Angst. Da erscheint ganz leise die Schildkröte und wird zur Begleiterin. Auf ihrem Panzer lässt sich viel aushalten. Und sie bleibt, solange es nötig ist. Sie hilft dem Kind zu weinen, zu reden, zu lachen und zu schweigen. Und das Wechselbad der Gefühle auszuhalten zwischen abgrundtiefe Trauer und fröhlicher Ausgelassenheit.
Das wunderbare Bilderbuch berührt mit seinem traurigen und zugleich tröstlichen Text, der die Wirklichkeit des Sterbens, aber auch das Chaos der Gefühle ernst nimmt und zulässt. Die zarten, schlichten Bilder unterstützen den Text und ergänzen ihn.
Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem Momo Kinderpalliativzentrum entstanden. Für Menschen ab 6, die das Sterben eines anderen Menschen selber oder in ihrem Umfeld erleben, um den Weg durch die Trauer nachzuvollziehen. Für Büchereien, Hospize und Palliativeinrichtungen sehr empfohlen
Christopher Krieghoff
Komm, ich trag dich ein Stück, sagte die Schildkröte. Das Begleitbuch zum Abschied-Nehmen. Lena Raubaum. Ill. von Leonie Schlager. Innsbruck: Tyrolia 2025. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7022-4311-1, geb.: 16 Euro
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