Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) startet ihre Jugendsammlung neu. Laut einer Pressemitteilung der bayerischen Jugend soll künftig auf digitalen Fokus gesetzt werden, klare Strukturen und auf ein ambitioniertes Ziel: Mindestens 125.000 Euro sollen zusammenkommen, so viel wie zuletzt 2019. Unter dem Motto "Jugend bewegt Kirche – und Zukunft" solle die Pflichtsammlung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) wieder das werden, was sie einmal war: ein sichtbares, gut vernetztes und finanziell wirksames Gemeinschaftsprojekt für die evangelische Jugendarbeit in Bayern und darüber hinaus ein Leuchtturmprojekt für Jugendarbeit innerhalb der ELKB.
Auslöser für den Neustart seien Schwierigkeiten der vergangenen Jahre gewesen. Während der Corona-Pandemie sei die Sammlung stark eingebrochen, zuletzt habe der Ertrag nur noch bei rund 14.000 Euro gelegen. Gründe dafür seien unter anderem fehlende digitale Spendenmöglichkeiten, verspätet zugestellte Materialien und ein schwacher Bezug zu den Gemeinden vor Ort gewesen. Genau hier setze das neue Konzept an.
Seit Ende Mai werden rund 150.000 Flyer in ganz Bayern verteilt, viele davon über Gemeindebriefe. Parallel setzt die EJB auf eine neue Website mit einfachen Online-Spendenmöglichkeiten, QR-Codes auf Materialien sowie Social-Media-Kampagnen und Anzeigen im "Sonntagsblatt". Mehr als die Hälfte der 60 Dekanate beteiligt sich an der Sammlung.
Kopp: "Jugend ist ein Herzstück unserer Kirche"
Inhaltlich will die Aktion mehr sein als ein Spendenaufruf. "Die Jugendsammlung ist ein starkes Zeichen dafür, wie viel junge Menschen bewegen können", sagen die EJB-Vorsitzenden Malte Scholz und Annabel Baumgardt.
Auch Landesbischof Christian Kopp betont die Bedeutung: Die evangelische Jugend sei ein "Herzstück" der Kirche. Hier würden Gemeinschaft erlebt, Verantwortung übernommen und demokratische Prinzipien eingeübt.
Was das konkret bedeutet, zeige das Beispiel der EJ Untermain. In Workshops und offenen Abenden setzen sich Jugendliche dort mit Themen wie Glaube, Identität und Zusammenhalt auseinander. Die Jugendsammlung finanziert die Materialien, Methoden und Honorare, die solche Angebote erst möglich machen. "Hier darf ich meine Fragen stellen und erfahre, dass Glaube auch Zweifel aushalten kann", sagt Teilnehmerin Julia, 14 Jahre. Ähnliches berichtet Lena, 16 Jahre, Ehrenamtliche bei der EJ Ingolstadt: "Es ist cool zu sehen, wie viel wir selbst auf die Beine stellen können. Wir feiern gemeinsam, sind füreinander da und leben Glauben." Und Lukas, 18 Jahre, Besucher des kräftig.festivals: "Ich hätte nie gedacht, dass Kirche sich so anfühlen kann: offen, fröhlich und voller Energie."
Die Jugendsammlung finanziere solche Angebote direkt mit. 60 Prozent der Spenden bleiben in den Dekanaten und Gemeinden vor Ort, 40 Prozent fließen in landesweite Aufgaben wie Schulungen oder Ehrenamtsausbildung. Schon kleinere Beträge ermöglichen konkrete Projekte, von Jugendgottesdiensten über Fortbildungen bis hin zu Freizeiten.
Laut der Pressemitteilung wirken die Beträge folgend:
• 10 Euro: kreative Projekte und Jugendgottesdienste
• 20 Euro: Schulungen und pädagogische Fortbildungen
• 30 Euro: Teilnahme an einer Freizeit oder einem Konficamp
• 50 Euro: Ausbildung einer ehrenamtlichen Gruppenleitung
Die evangelische Jugendarbeit in Bayern erreicht nach eigenen Angaben jährlich mehr als 250.000 junge Menschen. Rund 17.500 Ehrenamtliche engagieren sich in etwa 3.000 Gruppen und über 6.000 Angeboten, von Konficamps bis zu Festivals. Die Jugendsammlung sei eine zentrale Finanzierungsquelle dafür. Die neue Landingpage ermöglicht Online-Spenden mit automatischer Spendenquittung.



