Test: So ist Zugfahren mit dem Rollstuhl

Mann sitzt im Rollstuhl in der Bahn.
indeon
Für Lucas bedeuten Bus und Bahn Freiheit.
Barrierefreies Bahnfahren
Test: So ist Zugfahren mit dem Rollstuhl
Defekte Aufzüge, große Spalten, volle Züge: Diese Folge "Wheel Life" zeigt, warum der Weg vom Bahnsteig in den Zug oft das größte Problem ist.

Für Lucas ist Bahnfahren etwas Positives: "Ich liebe es, nicht selbst fahren zu müssen, Musik zu hören, aus dem Fenster zu schauen und einfach Teil der allgemeinen Mobilität zu sein."

Doch diese Freiheit hängt an Details. Im Alltag zeigt sich: Barrierefreiheit entscheidet sich am Aufzug, am Bahnsteig, am Spalt und im Zug-WC.

In der Webserie "Wheel Life" testet Lucas regelmäßig Alltagssituationen. Für diese Folge checkt er mit seinem Rollstuhl Bahnhöfe in Stuttgart und Umgebung, darunter den umgebauten Bahnhof in Rommelshausen. Er spricht mit DB-Bahnhofsmanager Taylan Ayik und Joachim Bahrt vom Fahrgastverband Pro Bahn. Seine Frage: Wo und wie funktioniert barrierefreies Bahnfahren?

Warum Bahnfahren nicht für alle gleich funktioniert

Für Lucas bedeuten Bus und Bahn Freiheit. Gleichzeitig weiß er, diese Erfahrung teilen nicht alle Rollstuhlfahrer:innen. Er ist fit, er kann mit seinem Rollstuhl Treppen herunterfahren oder sich auch mal eine Treppe hochziehen, sollte keine Rolltreppe oder kein Aufzug in der Umgebung sein. 

Für viele andere Menschen mit Behinderung wäre das unmöglich. "Ich stehe nicht stellvertretend für jede Rollstuhlfahrerin oder jeden Rollstuhlfahrer", sagt Lucas. Einige Situationen machen aber auch ihm das Bahnfahren schwer: 

  • Defekte Aufzüge, die manchmal über längere Zeit nicht repariert werden
  • Große Spalten zwischen Zug und Bahnsteig, vor allem an Kurvenbahnsteigen
  • Überfüllte Züge mit wenig Platz, in denen er auf Brust- oder Schulterhöhe der anderen Fahrgäste sitzt und sich schnell eingeengt fühlt

Dieses eingebettete Video wird von YouTube bereitgestellt.

Beim Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern von YouTube hergestellt.

Dabei wird YouTube mitgeteilt, welche Seiten Sie besuchen. Wenn Sie in Ihrem YouTube-Account eingeloggt sind, kann YouTube Ihr Surfverhalten Ihnen persönlich zuordnen. Dies verhindern Sie, indem Sie sich vorher aus Ihrem YouTube-Account ausloggen.

Wird ein YouTube-Video gestartet, setzt der Anbieter Cookies ein, die Hinweise über das Nutzer:innenverhalten sammeln.

Weitere Informationen zum Datenschutz bei YouTube finden Sie in der Datenschutzerklärung des Anbieters unter: https://policies.google.com/privacy

Video abspielen

 Barrierefreier Vorzeigebahnhof Rommelshausen

Der Bahnhof Rommelshausen gilt laut Deutscher Bahn als Vorzeigebahnhof für Barrierefreiheit. Lucas kennt ihn von früher. Damals lag die S-Bahn in der Kurve, der Spalt war groß, für ihn eine Herausforderung. Jetzt prüft er: Was hat sich verändert? Mit Taylan Ayik, dem stellvertretenden Bahnhofsmanager in Stuttgart, geht Lucas die wichtigsten Elemente durch:

Sogenannte "S 96"-Bahnsteige ermöglichen an S-Bahn-Linien in der Region Stuttgart einen nahezu stufenlosen Einstieg. Diese Veränderung ist ein großer Gewinn für Rollstuhlfahrende.

Taktile Wegeleitung für sehbehinderte Menschen.

Taktile Wegeleitung für sehbehinderte Menschen
Blindenleitstreifen, Aufmerksamkeitsfelder und taktile Hinweise an Handläufen helfen blinden und sehbehinderten Menschen, sich sicher zu orientieren.

Doppelte Handläufe an Treppen
Solche Handläufe helfen Menschen, die nicht in Standardhöhe greifen können oder beide Hände für sicheren Halt brauchen.

Aufzüge mit Bedienelementen auf Sitzhöhe und Braille
Außerdem gibt es in Rommelshausen Informationsaushänge auf einer niedrigeren Höhe. So werden die Informationen sowohl im Sitzen als auch im Stehen lesbar.

evangelisch.de dankt Indeon.de für diesen Partnerinhalt.