Angesichts der dramatischen Lage im Sudan hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) beim Sudan-Gipfel am Mittwoch in Berlin zusätzliche humanitäre Hilfe zugesagt. Deutschland werde 212 Millionen Euro für die humanitäre Unterstützung der Bevölkerung 2026 bereitstellen, versprach Wadephul.
Die Krise im Sudan habe sich in den vergangenen drei Jahren "zur größten Krise unserer Zeit entwickelt", betonte der Außenminister. "Der Horror, den die Menschen im Sudan erleben, ist kaum in Worte zu fassen." Hinter jeder Zahl, jedem Bild stehe ein Mensch, dessen Pläne zerstört seien.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Krieg im Iran verschärften die Lage zusätzlich. Umso wichtiger sei es, den Druck auf die Kriegsparteien im Sudan zu erhöhen, damit humanitäre Hilfe die Menschen erreichen könne. Wadephul rief andere Staaten dazu auf, ihr finanzielles Engagement deutlich auszubauen.
Bei der Sudan-Konferenz am Mittwoch werden Finanzierungszusagen für das Land im Krieg gemacht. Wadephul strebt einen Beitrag von rund einer Milliarde US-Dollar an. Dieser Betrag war bei der Geberkonferenz im Vorjahr in London zusammengekommen.
Die Lage im Sudan gilt als die größte humanitäre Katastrophe weltweit. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden vertrieben, rund 4,5 Millionen flohen in Nachbarländer. Über 33 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Das entspricht mehr als zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung des Landes.



