Trump greift Papst Leo erneut an

Bildkombination Papst Leo XIV. und Donald Trump
Andrew Medichini / Jose Luis Magana/AP/dpa
Der US-Präsident lässt den Streit mit Papst Leo nicht ruhen.
Keine Entschuldigung
Trump greift Papst Leo erneut an
US-Präsident Donald Trump postet ein neues KI-Bild, welches ihn im Arm von Jesus zeigt. Dazu äußerte er in der Nacht zu Mittwoch weitere Kritik am Papst. Auch Deutsche Bischöfe wenden sich jetzt von Donald Trump ab.

"Könnte bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 12.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat, und es absolut inakzeptabel ist, dass der Iran über eine Atombombe verfügt?", so direkt wandte sich der US-Präsident erneut an den Papst. Damit lehnte er nicht nur eine Entschuldigung bei Papst Leo XIV. für seine verbalen Angriffe ab, sondern steigert seinen Angriff erneut.

Erneutes KI-generiertes Bild mit Jesus-Motiv am16.4.2026.

Dazu repostete er auf seiner Plattform Truth Social ein neues KI-generiertes Bild von sich und Jesus. Sein Kommentar dazu: "Den linksradikalen Verrückten gefällt das vielleicht nicht, aber ich finde es ziemlich schön." Auch US-Vizepräsident JD Vance (41) geht laut medialer Berichterstattung auf Konfrontationskurs. Er forderte den Papst öffentlich dazu heraus, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten.

Bereits die erste verbale Attacke von Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. hat in der katholischen Kirche der USA Empörung ausgelöst. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Paul S. Coakley, erklärte am Montag, er sei bestürzt über die "herabwürdigenden Worte" des Präsidenten. Der Papst sei nicht ein Rivale Trumps und auch kein Politiker: "Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums heraus spricht." 

Laut dem Forschungsinstitut Pew Research Center wählten 55 Prozent der Katholiken Trump bei der letzten Wahl. Trumps kriegerische Politik und dessen Angriffe auf Papst Leo XIV. haben ein Umdenken ausgelöst. Jetzt haben sich laut t-online auch deutsche katholischen Bischöfe negativ zu diesen Angriffen geäußert und wenden sich von Donald Trumps Haltung ab.

Trump hatte die Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik harsch zurückgewiesen. Als Reaktion auf die klaren päpstlichen Friedensappelle auch in Richtung des US-Präsidenten schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf seinem Netzwerk Truth Social, Papst Leo solle sich darauf konzentrieren, ein guter Papst zu sein und nicht Politiker. Zudem solle er aufhören, die politische Linke zu hofieren. Papst Leo zeigte sich davon unbeeindruckt. 

Kurz vor der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA hatte das katholische Kirchenoberhaupt Trumps Drohungen gegen den Iran in einem überraschend starken Statement als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Während eines Friedensgebets im Petersdom hatte der Papst am Wochenende nachgelegt und vehement zum Frieden aufgerufen, ohne den US-Präsidenten namentlich zu erwähnen. "Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!", forderte Leo am Samstag in Rom.

Trump fühlt sich von Leos Kritik angesprochen

Offenbar fühlte sich der US-Präsident von den Äußerungen des Papstes dennoch angesprochen und attackierte ihn erstmalig auf seiner Online-Plattform. Trump schrieb weiter, ohne ihn wäre Robert Francis Prevost im vergangenen Mai nicht zum Papst gewählt worden. "Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete er.

Papst Leo XIV., der seit Montag zu einer mehrtägigen Reise nach Nord- und Westafrika aufgebrochen war, sagte laut der italienischen Zeitung "La Repubblica" während des Fluges von Rom nach Algier er zu den mitreisenden Journalisten: "Ich spreche vom Evangelium." Er werde daher "weiterhin lautstark gegen den Krieg sprechen". Der Papst fügte konkret zu Trump hinzu: "Ich habe nicht die Absicht, mich auf eine Debatte mit ihm einzulassen."

Der Vatikanbeamte Antonio Spadaro verteidigte Leo auf der Plattform X. "Wenn sich politische Macht gegen eine moralische Stimme wendet, dann oft deshalb, weil sie diese nicht bändigen kann", schrieb der Staatssekretär auf X. Trumps Angriff sei ein "Eingeständnis von Ohnmacht", schrieb Spadaro. Mit dem Versuch, die Stimme des Papstes zu delegitimieren, werde implizit deren Gewicht anerkannt. "Wäre Leo irrelevant, würde er kein Wort verdienen. Stattdessen wird er herangezogen, genannt, bekämpft - ein Zeichen dafür, dass seine Worte von Bedeutung sind." Spadaro ist seit 2024 Staatssekretär im vatikanischen Dikasterium für Kultur und Bildung.

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri nannte den Angriff Trumps auf den Papst "inakzeptabel". Die Worte des US-Präsidenten verletzten die Gefühle und das Gewissen der Menschen, schrieb Gualtieri auf X. "Die Stadt Rom, die auf einzigartige Weise mit ihrem Bischof verbunden ist, bekräftigt nachdrücklich die Werte des Respekts, des Dialogs und des Friedens."

Der Text erschien erstmalig am 13. April 2026 und wurde am 16. April 2026 aktualisiert.