EKM verzeichnet sinkende Mitgliederzahl

Menschen sitzen in einem Versammlungsraum eines Klosters.
EKM-Pressestelle
Sinkende Mitgliederzahlen, mehr Klimaschutz, Windkraft auf Pfarrland: Die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland arbeitet ein großes Themenpaket ab.
Frühjahrssynode in Drübeck
EKM verzeichnet sinkende Mitgliederzahl
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat mit einer sinkenden Mitgliederzahl zu kämpfen. Weitere Themen auf der Frühjahrssynode sind die Positionierung gegen die AfD und das Klima: Bis 2045 will die Landeskirche ihre CO2-Emissionen auf "null" setzen.

Die Zahl der Mitglieder in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist unter die Marke von 600.000 Christinnen und Christen gesunken. Im März lag die Mitgliederzahl bei 594.000, sagt der Gemeindedezernent im Landeskirchenamt, Christian Fuhrmann, auf der Frühjahrstagung der Synode im Kloster Drübeck bei Wernigerode. Laut dem Oberkirchenrat haben sich die Kirchenaustritte in den vergangenen Wochen gehäuft. Das sei eine Entwicklung, zu der sich die Kirche positionieren könne, sagt Fuhrmann mit Verweis auf die jüngst vorgelegte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. Diese müsse für die Gemeinden handhabbar aufbereitet werden. 

Die Synode der EKM bezieht auch eine klare Position gegen die AfD. Vor einer Regierungsbeteiligung der AfD werde eindringlich gewarnt, heisst es zum Abschluss der Frühjahrstagung des Kirchenparlaments. Dies gelte auf allen politischen Ebenen. Die AfD arbeite gezielt gegen die Grundlagen der parlamentarischen Demokratie und verfolge eine langfristig angelegte Strategie ihrer Abschaffung, heißt es in einem Beschluss des Kirchenparlaments.

Debattiert wurde zudem ein Antrag zur Verteilung der Erlöse von Windkraftanlagen auf Pfarrland. Demzufolge solle dafür das kirchliche Finanzgesetz entsprechend geändert werden. Ziel sei es, auch den Kirchgemeinden über die Beteiligung an den Pachterlösen mehr finanzielle Mittel zukommen zu lassen. Einem Zwischenbericht zur landeskirchlichen Klimaschutzstrategie zufolge reicht die EKM-Klimaschutzstrategie von Maßnahmen auf landeskirchlicher Ebene bis zur Unterstützung von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden. So sei etwa über eine Projektstelle ein Mobilitätskonzept erarbeitet worden. Bis 2045 wolle die Kirche ihre CO2-Emissionsbilanz auf "null" setzen.

Das Kirchenparlament beschließt zudem, künftig mindestens ein Drittel der frei verfügbaren Haushaltsmittel in den Haushalten der Gemeinden und Kirchenkreise für die Arbeit mit Kindern und Familien einzusetzen. Parallel müssten dort Strategien für die weitere gemeindepädagogische Jugendarbeit erarbeitet werden, heißt es. Dies sowie die Ausweitung musikalischer Angebote in den verschiedensten Formen seien auch im Hinblick auf die Bindung der Mitglieder von wachsender Bedeutung, heißt es in den Debatten zu den Anträgen.