Trotz sinkender Mitgliederzahlen hat die evangelische Kirche im vergangenen Jahr einen Anstieg der Kirchensteuer-Einnahmen verzeichnet. Die Einnahmen stiegen um zwei Prozent auf rund 6,1 Milliarden Euro, wie aus der am Mittwoch online veröffentlichten Kirchensteuerstatistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht. Im Jahr 2024 hatte die Kirche gut 5,97 Milliarden Euro eingenommen.
Die Kirchensteuer ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt und beträgt acht bis neun Prozent der Einkommensteuer bei Kirchenmitgliedern. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz will ihre Kirchensteuerstatistik im Sommer veröffentlichen.
Seit Jahren zeigt sich ein klarer Trend bei den Kirchenfinanzen: Weniger Mitglieder zahlen insgesamt mehr Kirchensteuer, weil Einkommen, Löhne und staatliche Einkommensteuer langfristig gestiegen sind. Wenn die Löhne steigen oder mehr Menschen gut verdienen, steigt die Kirchensteuer, auch wenn die Kirche Mitglieder verliert.
In 30 Jahren zehn Millionen Mitglieder verloren
Die evangelische Kirche hat in gut 30 Jahren etwa zehn Millionen Mitglieder verloren. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer auf Einkommen und Löhne stiegen im selben Zeitraum je Kirchenmitglied von rund 150 auf 324 Euro im Jahr, wie die Statistik zeigt.
Zusätzliche Herausforderung für die Kirchenfinanzen ist die Inflation, die ein nominales Wachstum bei den Einnahmen schmälert und die Kaufkraft verringert. Die Kirchensteuereinnahmen sind in den 20 Landeskirchen wichtiger Pfeiler der Haushalte. Langfristig wird erwartet, dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer sinken, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in der Rente sind und die Mitgliederzahlen weiter sinken.




