Synode startet Initiative für mehr Taufen

Kind bei Taufe

© epd-bild / Carola Fritzsche

Mit einer neuen Initiative will die hannoversche Landeskirche im Jahr 2022 bei jungen Familien verstärkt darum werben, Taufen nachzuholen.

Hannoversche Landeskirche
Synode startet Initiative für mehr Taufen
Mit einer neuen Initiative will die hannoversche Landeskirche im kommenden Jahr bei jungen Familien verstärkt darum werben, Taufen nachzuholen. Wegen Corona habe sich die Zahl der Kindertaufen im vergangenen Jahr fast halbiert, sagte der Ausschussvorsitzende Jörn Surborg am Mittwoch zum Auftakt der digital tagenden evangelischen Landessynode.

Surborg fügte vor der Synode hinzu, "statt 20.179 Taufen wie im Jahr vor der Pandemie konnten im Jahr 2020 im Bereich der Landeskirche nur 10.475 Kinder getauft werden." Deswegen wolle die Landeskirche im Jahr 2022 die Initiative "#gottesgeschenk" starten, kündigte Surborg vor dem Kirchenparlament an. "Ziel ist es, mindestens die Hälfte der in 2020 entfallenen Taufen zusätzlich zu feiern." Um auf mindestens 25.000 Taufen zu kommen, sollen Gemeinden und Kirchenkreise bei Tauffesten und besonderen Aktionen rund um die Taufe unterstützt werden.

Dabei kann jede Gemeinde laut Surborg unbürokratisch online 500 Euro beantragen. Zudem will die Landeskirche ein Geschenk zur Tauferinnerung entwickeln, dass die Gemeinden kostenfrei bestellen können. "Familien, die ihre Kinder taufen lassen, haben eher die Chance, eine Beziehung zur Kirche aufzubauen", unterstrich Surborg. Wer selbst getauft sei, werde später auch seine eigenen Kinder eher zur Taufe anmelden.

Die Möglichkeiten, eine Taufe zu feiern, seien im vergangenen Jahr wegen Corona eingeschränkt gewesen, erläuterte Surborg als Vorsitzender des zentralen Landessynodalausschusses. "Obwohl die Pastorinnen und Pastoren vor Ort versucht haben, wann und wo immer möglich unter den jeweils gültigen Hygieneregeln zu taufen, so viel und so gut es geht." Für 2021 sähen die Zahlen wieder deutlich besser aus. "Doch es bleibt die Befürchtung, dass für viele Eltern und Kinder diese eine Gelegenheit vorbei ist und vielleicht nicht nachgeholt wird."

Die hannoversche Landeskirche ist mit 2,4 Millionen Mitgliedern in 1.230 Gemeinden zwischen Hann. Münden und der Nordsee die größte evangelische Kirche in Deutschland. Sie umfasst drei Viertel Niedersachsens. Die Landessynode, das Kirchenparlament, tagt bis zum Freitag per Videokonferenz.

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In der evangelischen Kirche sind Synoden die Parlamente der Landeskirchen. Sie beschließen Gesetze, verabschieden den Haushalt und wählen den Bischof oder die Bischöfin. Dabei vertreten sie die Interessen der Ortsgemeinden, also der kirchlichen Basis. Das Wort Synode bezeichnet ursprünglich eine Kirchenversammlung und leitet sich vom griechischen "synodos" ("gemeinsam auf dem Weg sein") her.

Zur Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gehören 79 Mitglieder. 66 Mitglieder sind gewählt, zwölf von der Kirchenleitung berufen. Mit einem festen Sitz ist die Theologische Fakultät der Universität Göttingen vertreten. Unter den Gewählten sind 19 Pastor:innen, zehn hauptamtliche Mitarbeiter:innen der Kirche sowie 37 Ehrenamtliche. Die Synode kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen. Derzeit tagt das Kirchenparlament wegen der Corona-Pandemie rein digital.

Zur hannoverschen Landeskirche gehören 1.230 Gemeinden mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee. Sie umfasst drei Viertel Niedersachsens. Damit ist sie die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Internet: www.landeskirche-hannover.de