Zum Valentinstag macht die evangelische Kirche auf ein besonderes Angebot aufmerksam: Mit der bundesweiten Aktion #einfachheiraten lädt sie Paare ein, ihre Liebe, Partnerschaft oder Ehe in einem feierlichen und zugleich unkomplizierten Rahmen unter Gottes Segen zu stellen.
Höhepunkt der Aktion ist das Wochenende rund um den beliebten Hochzeitstermin am 26.06.2026. In zahlreichen evangelischen Kirchengemeinden in ganz Deutschland werden an diesem Datum festliche Segnungen und kirchliche Trauungen stattfinden, in Kirchen, Gärten und auch an ungewöhnlichen Orten.
"Gottes Segen für die Liebe ist für viele Menschen ein besonderer Moment – verbindlich und echt", sagt Pastorin Anne Brisgen vom Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur (ZfGP) in Wittenberg. "#einfachheiraten ist ein offenes und einladendes Angebot der evangelischen Kirche für alle Paare, die ihre Liebe vor und mit Gott feiern möchten. Unkompliziert, persönlich und mitten im Leben." evangelisch.de hat Anne Brisgen zur der Aktion einige Fragen gestellt.
evangelisch.de: Warum braucht es die Aktion #einfachheiraten überhaupt?
Anne Brisgen: #einfachheiraten gibt Paaren die Möglichkeit, ihre Liebe segnen zu lassen, ohne dafür viel organisieren zu müssen. Viele Paare wünschen sich zwar Gottes Segen, spüren aber oft einen großen Erwartungsdruck, was das ganze Drumherum angeht. Mit #einfachheiraten zeigen wir: Liebe feiern und Segen empfangen darf ganz einfach sein.
Was macht #einfachheiraten einfacher als eine klassische kirchliche Trauung?
Anne Brisgen: Eine kirchliche Trauung im Rahmen von #einfachheiraten braucht keinen langen Vorlauf, keinen Perfektionsdruck und keine große Planung, die viele mit einer klassischen Hochzeit verbinden. Paare können so kommen, wie sie sind. An vielen Orten sogar ohne Anmeldung. Sie bekommen einen persönlichen, feierlichen Moment, individuell auf sie abgestimmt. Für eine Segnung müssen die Paare dafür gar nichts mitbringen. Für eine kirchliche Trauung ist die Voraussetzung, dass das Paar bereits standesamtlich verheiratet ist und mindestens eine:r von ihnen evangelisch ist.
Was erleben Pfarrer:innen bei #einfachheiraten, das sie sonst nicht erleben?
Anne Brisgen: #einfachheiraten ist auch für uns Pfarrer:innen etwas ganz Besonderes. Einen ganzen Tag lang dreht sich alles um die Liebe – wir segnen, wir hören zu, wir feiern mit. Das ist intensiv und beglückend zugleich.
Die Vielfalt dieses Tages berührt viele jedes Mal neu: Menschen in Alltagskleidung stehen neben Bräuten im festlichen Kleid, Paare, die seit Jahrzehnten verheiratet sind, neben jungen Eltern mit ihrem Baby auf dem Arm. Sie kommen mit einer großen Ehrlichkeit und einer tiefen Sehnsucht nach Segen.
In kurzer Zeit entstehen erstaunlich offene Gespräche und sehr bewegende Momente. Diese Dichte und Unmittelbarkeit, das erleben wir in dieser Form nur bei #einfachheiraten.
Gab es bei #einfachheiraten in der Vergangenheit Momente, die Sie überrascht oder besonders berührt haben?
Anne Brisgen: Was mich an #einfachheiraten immer wieder überrascht und berührt, ist, wie ernst Menschen den Segen nehmen. Da stehen Paare mit leuchtenden Augen oder auch mit Tränen da und sagen: Genau diesen Moment haben wir gebraucht. Das zeigt, wie tief dieser Wunsch nach Zuspruch ist.
Was wünschen Sie sich, dass Paare nach #einfachheiraten über Kirche sagen?
Anne Brisgen: Ich wünsche mir, dass Paare sagen: Wie gut, dass die Kirche uns genau dort getroffen hat, wo wir stehen. Ohne großen Aufwand, ohne Hürden und doch voller Bedeutung.
Dass sie erleben: Wir konnten einfach kommen, so wie wir sind. Mit unserer Geschichte, unseren Fragen, unserer Freude. Und wir wurden willkommen geheißen, ernst genommen und gesegnet.
Wenn Paare nach diesem Tag sagen: Das war leicht und gleichzeitig tief und berührend. Kirche kann so sein. Dann hat #einfachheiraten sein Ziel erreicht.
Stimmen aus den Landeskirchen
Auch aus den Landeskirchen hat evangelisch.de Stimmen erreicht, die voller Vorfreude auf diese Aktion hinweisen.
Pfarrer Rainer Heimburger aus der Evangelischen Landeskirche in Baden sagt: "Dieses Format entspricht einem aktuellen Bedürfnis, Trauungen nicht nur groß zu feiern, sondern auch klein. Neben Trauungen mit Eventcharakter liegen auch sogenannte tiny weddings im Trend." Aus der bayerischen Landeskirche heißt es von Landesbischof Christian Kopp zu der "liebevollen" Aktion: "Liebe braucht nicht immer ein großes Fest, Liebe braucht Aufmerksamkeit und viel Segen."
Elisabeth Rabe-Winnen, Pastorin aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sagt: "Die Aktion #einfachheiraten erzählt (neue) Geschichten von Liebe und lauter Segen. Wir freuen uns darauf, mit jedem Paar in diesem Jahr die Geschichte von #einfachheiraten weiterzuschreiben. Damit rückt die evangelische Kirche Segen und auch die Trauung wieder ins Bewusstsein und bietet Menschen mit diversen Biographien die Möglichkeit, anzudocken und auszuwählen, wo und wie sie den Segen für sich erleben wollen."
Von Seiten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg heißt es: "Am 26.06.2026 können Paare in Württemberg 'einfach heiraten': In Jeans oder High Heels, mit Familie und Freunden oder zu zweit, mit Termin oder spontan, nach 5 Monaten oder 50 Jahren Beziehung, mit Bach oder Bourani. Ein kurzes Gespräch, ein persönliches Ritual und Gottes Segen - das ist ‚einfach heiraten‘", sagt Pfarrerin Dr. Henrike Frey-Anthes.
Zentrale Website geht am Valentinstag online
Im Rahmen der Aktion sind evangelische kirchliche Trauungen und Segnungen möglich, etwa für Partnerschaften, Verlobungen oder Ehejubiläen. Voraussetzung für eine Trauung ist wie schon erwähnt, dass das Paar bereits standesamtlich verheiratet ist und mindestens eine Person der evangelischen Kirche angehört. Für Segnungen bestehen keine formalen Voraussetzungen.
Die Aktion #einfachheiraten wird 2026 erstmals bundesweit gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zwölf Landeskirchen durchgeführt. Am Valentinstag, dem 14. Februar, wird auf der zentralen Aktionswebseite www.einfachheiraten.info eine interaktive Karte freigeschaltet.
Dort können sich interessierte Paare über teilnehmende Gemeinden in ihrer Nähe informieren. Bereits jetzt sind bundesweit mehr als 110 Feierorte registriert; weitere Gemeinden kommen fortlaufend hinzu. Im Jahr 2025 beteiligten sich im Rahmen einer Kooperation von drei Landeskirchen rund 80 Feierorte an #einfachheiraten.



