Kirchliches Corona-Testzentrum verteilt 170.000 Euro

Spendenübergabe  in Kirchenzentrum Wilhelmshaven

© Bernhard Busemann

In der Friedenskirche in Wilhelmshaven startete die evangelische Initiative "Wilhelmshaven testet" mit einem Corona Testzentrum, betrieben durch ehrenamtliche Helfer. Überschüssige Mehreinnahmen aus dem Testbetrieb wurden an soziale Einrichtungen bei einer Spendenübergabe im Kirchenzentrum Wilhelmshaven übergeben.

Gewinn an Sozialeinrichtungen
Kirchliches Corona-Testzentrum verteilt 170.000 Euro
Die evangelische Initiative "Wilhelmshaven testet" verteilt die überschüssigen Mehreinnahmen aus ihrem Corona-Testzentrum an soziale Einrichtungen in der Stadt und der direkten Umgebung. In einer ersten Tranche sollen 169.200 Euro an 56 Gruppen, Vereine und Institutionen vergeben werden.

Der Mitorganisator und Leiter der Evangelischen Familienbildungsstätte Wilhelmshaven, Rüdiger Schaarschmidt, sagte am Montag, die Summen lägen je Einrichtung zwischen 500 und 10.000 Euro. Ende März kommenden Jahres solle eine zweite Verteilaktion folgen.

Im Februar habe das von der evangelischen Christus- und Garnison-Kirchengemeinde und der Evangelischen Familienbildungsstätte in Wilhelmshaven getragene Testzentrum seine Arbeit aufgenommen, so Schaarschmidt.

Das Testzentrum lag zuerst im Wilhelmshavener Sportlerheim.

Zunächst in einem Sportlerheim, später dann in der evangelischen Friedenskirche im Norden der Stadt. Beschäftigt waren dort ausschließlich ehrenamtliche Kräfte. Diese hätten insgesamt 62.000 Schnelltests vorgenommen, davon fielen 497 positiv aus.

"Weil wir nicht mehr als fünf Euro pro Test nehmen wollten, haben wir zunächst ein gehöriges Defizit erwirtschaftet", sagte Schaarschmidt. Nach einem Sponsorenaufruf seien dann 50.000 Euro zusammengekommen. Als dann das Bundesgesundheitsministerium ab März die Kosten für die Tests übernahm, habe die Initiative trotz der dann kostenlosen Tests bei jedem Abstrich ein kleines Plus gemacht. So seien am Ende mehrere Hunderttausend Euro Überschuss entstanden. "Darum haben wir frühzeitig betont, dass wir das Geld an soziale Einrichtungen weitergeben wollen", so Schaarschmidt.

Die Vorschläge, wer wie viel Geld erhalten soll, seien alle aus dem Kreis der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden gekommen, hob Schaarschmidt hervor. Die Bandbreite der unterstützten Einrichtungen reiche vom Frauenhaus über die Kinderfeuerwehr und die Telefonseelsorge bis hin zur von einem Brand beschädigten Marion-Dönhoff-Schule. Die geförderten Projekte spiegelten auch die Verschiedenheit der ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Viele hätten zuvor noch nie etwas mit der Kirche zu tun gehabt.

Weil die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen so gut funktioniert habe und noch reichlich Testmaterial vorhanden sei, wollen kleinere Teams in mobilen Testzentren für jeweils ein paar Stunden weitermachen, sagte Schaarschmidt. Dies sei bereits bei Gemeindefesten, einem Stadtfest oder bei Jugendfreizeiten geschehen.

Bild von der Spendenübergabe in Kirchenzentrum Wilhelmshaven mit Bernhard Busemann, Pastor an der Christus- und Garnisonkirche und Projektkoordinator, Silvia Hertwig, Leiterin Kita Regenbogen als Spendenempfängerin, Rüdiger Schaarschmidt, Leiter der Evangelischen Familienbildungsstätte FRI-WHV, und Spendenempfänder Christa Marxfeld-Paluszak, Vorsitzende Verein ChaKA und Peter Eilts, Vorsitzender vom WSC Frisia.

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