Bätzing: "Der Ökumenische Kirchentag wird nachwirken"

Limburgs Bischof Georg Bätzing

©epd-bild /Christof Krackhardt

Limburgs Bischof Georg Bätzing ist neben der Evangelischen Kirche für die Katholiken Gastgeber des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt (13. bis 16. Mai).

Bätzing: "Der Ökumenische Kirchentag wird nachwirken"
Limburger Bischof ermutigt Katholiken zur Teilnahme an Mahlfeiern
Kein Abend der Begegnung, kein Markt der Möglichkeiten, keine überfüllten Messehallen - der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) vom 13. bis 16. Mai in Frankfurt am Main findet weitgehend digital und dezentral statt. Der leitende Theologe des gastgebenden Bistums Limburg, Bischof Georg Bätzing, im epd-Interview.

epd: Sehr geehrter Herr Bischof Bätzing, warum hat das Bistum Limburg an der Austragung des ÖKT festgehalten?

Bischof Bätzing: Der ÖKT wird deutlich machen, dass wir als Christinnen und Christen gemeinsam die Welt gestalten und zusammenstehen. Wir machen deutlich, dass wir für Themen eintreten, die sich um den Zusammenhalt der Gesellschaft, um soziale Gerechtigkeit und weltweite Solidarität kümmern. Und wir werden mit dem ÖKT zeigen, dass wir als Christinnen und Christen für ein Gottes- und Menschenbild einstehen, das wichtig für die aktuellen Debatten ist und von uns eingebracht wird.

Auf welche Veranstaltung freuen Sie sich besonders? An welcher werden Sie als Referent teilnehmen?

Bätzing: Ich freue mich sehr auf die Gottesdienste beim ÖKT. Der ökumenische Gottesdienst über den Dächern der Stadt an Christi Himmelfahrt wird sicherlich ein Highlight. Ich freue mich schon sehr auf die Predigt von Frère Alois, dem Prior der Gemeinschaft von Taizé.

Am Abend des 15. Mai sind vier Gottesdienste mit Mahlfeiern geplant. Bei welchem Gottesdienst werden Sie mit dabei sein?

Bätzing: Die konfessionellen Feiern am 15. Mai wurden ökumenisch sensibel vorbereitet. Ich werde bei der Eucharistiefeier im Frankfurter Dom anwesend sein. Ich ermutige die Katholikinnen und Katholiken im Bistum, die konfessionelle Vielfalt in diesen Feiern zu erleben. Als gastgebender Bischof werde ich am Freitagabend bei der digitalen Festveranstaltung mitwirken. Am Samstagmorgen eröffne ich die Reihe "Im Gespräch mit".

Ursprünglich hat der ÖKT mit einem Etat von rund 25 Millionen Euro geplant. Zuletzt war wegen der diversen Umplanungen noch von 20 Millionen Euro die Rede. Wird es bei dieser Summe bleiben? Wie hoch ist der Anteil des Bistums Limburg?

Bätzing: Corona hat uns mitten in den laufenden Planungen erwischt. Wir mussten neue Konzepte entwickeln. Es gibt Bereiche, in denen werden Kosten eingespart. Es gibt aber auch Mehrkosten beispielsweise für Aufzeichnungen, Postproduktion, Programmierung und digitale Vernetzung, aber auch für einen umfangreichen Hygieneschutz. Die Bistümer Limburg, Mainz und Fulda haben mit einem Zuschuss von 4,5 Millionen Euro geplant und werden dazu stehen.

Was wird vom 3. ÖKT bleiben?

Bätzing: Wir haben den ÖKT ökumenisch vorbereitet. Wir sind eng zusammengekommen und zusammengerückt. Wir haben dabei erlebt, was uns eint und verbindet. Wir haben aber auch schmerzlich erfahren, was uns trennt. Wir sehen diese offenen Fragen mit hoher Verantwortung und werden daran weiterarbeiten. Der ÖKT wird also nachwirken.

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Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet 2021 zum dritten Mal ein Ökumenischer Kirchentag (ÖKT) statt. Schauplatz des christlichen Laientreffens vom 13. bis 16. Mai ist Frankfurt am Main, allerdings wird der Ökumenische Kirchentag erstmals in der Geschichte der Katholiken- und Kirchentage als hybride Veranstaltung abgehalten. Es wird kaum Programm vor Ort geben, stattdessen wird der ÖKT digital und dezentral organisiert. Am ersten ÖKT in Berlin hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten waren es mehr als 130.000.

 

Das biblische Leitwort lautet "schaut hin" und ist die Richtschnur für die Programmgestaltung. Rund 80 digitale Veranstaltungen unter anderem zu den Themen gesellschaftlicher Zusammenhalt und Glaube sind geplant. Neben Kultur, Ökumene, Sterbehilfe oder sexuelle Gewalt sollen auch das Thema Impfgerechtigkeit und die Folgen einer globalisierten Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen.

 

"Schaut hin" ist angelehnt an eine Bibelstelle aus dem Markus-Evangelium (Mk 6,38(link is external)) im Neuen Testament. Es stammt aus der Erzählung über das Wunder der Brotvermehrung, der Speisung der 5.000 - einer der bekanntesten Geschichten der Bibel. Jesus schafft es darin, seine Anhänger mit nur fünf Broten und zwei Fischen zu verpflegen. Wörtlich ist das Leitwort nicht in der Bibel zu lesen.

 

Organisiert wird der 3. ÖKT gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Er wird repräsentiert von der evangelischen Präsidentin Bettina Limperg und vom katholischen Präsidenten Thomas Sternberg.