"Düsseldorf soll DU-Dorf werden", so Bischof Thorsten Latzel, zum Kampagnenstart vor dem Fortuna-Büdchen am Rhein. Das sei ein Ort, an dem man schnell "Du" zueinander sagt, fügt der Präses der rheinischen Landeskirche hinzu. Dieses "Du" als Ausdruck des Verständnisses für Andersdenkende, Menschen anderer Herkunft und denen, die der Kirche fern stehen, solle das Christentreffen im kommenden Frühjahr in Düsseldorf prägen.
Die Würdigung aller Menschen mit dem Satz "Du bist kostbar" sei ein "Gegenakzent"zu einer Zeit, in der andere oft missverstanden und herabgewürdigt würden. Um die Würde der anderen neu zu sehen, brauche es echte Gespräche, Begegnung, Offenheit.
Im Mittelpunkt der politischen Debatten soll das Thema Frieden stehen, sagte die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Christin Jahn. Das Fortuna-Büdchen am Düsseldorfer Rheinufer, das die Organisatoren zum Auftakt der Werbekampagne wählten, sei ein beliebter Treffpunkt, vor allem von Fans des Fußballclubs Fortuna Düsseldorf. Dass es ein kirchenferner Ort ist, störe die Kirchentags-Organisatoren nicht.
Frieden im Zentrum politischer Debatten
"Im Gegenteil, wir möchten gerade die erreichen, die keinen Kontakt zur Kirche haben". Die Kampagne werde die Losung "Du bist kostbar"in Düsseldorf, online und an vielen weiteren Orten sichtbar machen und lade dazu ein, den Kirchentag als Ort der Begegnung, des Dialogs und der Gemeinschaft zu erleben.
Für Kristin Jahn beginnt ihr letztes Jahr als Generalsekretärin des Kirchentages. Seit 2022 ist sie Generalsekretärin und Vorstandsvorsitzende der Vereine des Deutschen Evangelischen Kirchentages und verlässt turnusgemäß zum 28. Februar 2027 den Kirchentag. Somit steht sie für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung.
Nicht nur positive Worte, sondern auch Kritik begleitete den Kampagnenstart: "Du bist kostspielig" plakatierten dagegen Kritikerinnen und Kritiker des in ihren Augen zu teuren Treffens. "Wir sind gar nicht gegen den Kirchentag, aber dagegen, dass die Stadt dem Treffen laut eigenem Ratsbeschluss einen Zuschuss von 5,8 Millionen Euro gewährt", sagte die Initiatorin der Gegenbewegung, Ricarda Hinz, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Rande der Kampagneneröffnung.
Hinz hatte 2023 als Vorsitzende des "Düsseldorfer Aufklärungsdienstes" ein Bürgerbegehren gegen die öffentliche Finanzierung des Kirchentags angestrengt. Mit ihren Mitstreitern plant sie ein Alternativprogramm für den Kirchentag 2027. Man akzeptiere den Beschluss des Düsseldorfer Stadtrates, für die Durchführung des Evangelischen Kirchentags 2027 einen Zuschuss von 5,8 Millionen Euro bereitzustellen, erklärte Hinz. "Jedoch möchten wir dazu beitragen, dass diese mit öffentlichen Mitteln getragene Veranstaltung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger durchgeführt wird."




