Multireligiöses Friedensgebet für Opfer von Hanau

Vor dem Bezirksamt Berlin-Neukö†lln stehen Kerzen in Gedenken an die Opfer des Anschlags in Hanau vor einem Jahr

©dpa/Christophe Gateau

Vor dem Bezirksamt Berlin-Neukö†lln stehen Kerzen in Gedenken an die Opfer des Anschlags in Hanau vor einem Jahr

Multireligiöses Friedensgebet für Opfer von Hanau
Mit einem Friedensgebet haben Angehörige verschiedener Religionen in Berlin der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau vor einem Jahr gedacht.

An dem als Videokonferenz gestreamten Gebet beteiligten sich neben fünf muslimischen Geistlichen auch Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen sowie Juden, Hindu, Bahai, Buddhisten und andere. Dabei wurden auch die Namen der Opfer verlesen.

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Bei dem rassistischen Anschlag im hessischen Hanau hatte der Täter am 19. Februar 2020 neun Menschen aus Einwandererfamilien erschossen und anschließend seine Mutter und sich selbst getötet. Initiiert wurde das Friedensgebet vom Berliner "House of One". Für das geplante Drei-Religionen-Haus soll am 27. Mai der Grundstein gelegt werden. Unter seinem Dach soll es künftig eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee geben.

Michael Bäumer vom Berliner Forum der Religionen rief in dem Gebet zu Solidarität, Dialog und weniger Ich-Bezogenheit auf. Rabbiner Andreas Nachama betete für gegenseitigen Respekt und Frieden unter den Menschen. Pfarrer Gregor Hohberg sagte, "alle Menschen, unabhängig von dem, was sie glauben, sind Teil einer Menschheitsfamilie".

Der Stiftungsratsvorsitzende des "House of One", Imam Kadir Sanci, wandte sich gegen Hass, Rassismus und Vorurteile, die "den Weg zu solchen Gewalttaten bereiten". "Der Mörder lebte in der Nachbarschaft und doch in einer anderen Welt", sagte Sanci. Der evangelische Bischof Christian Stäblein erbat in dem Friedensgebet unter anderem Trost für die Trauernden und um die Kraft der Versöhnung.

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