Bedford-Strohm sieht in Weinlese wichtiges Zeichen in Corona-Zeiten

Weintrauben im Gegenlicht

©epd-bild/Norbert Neetz

Die bevorstehende Weinernte habe vielleicht "noch nie so viel symbolische Bedeutung" gehabt wie 2020, sagte der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei seiner Predigt im Weinort Sommerhausen.

Bedford-Strohm sieht in Weinlese wichtiges Zeichen in Corona-Zeiten
Die am Donnerstag (10.9.) offiziell beginnende Weinlese in Franken ist für den bayerischen evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in der Corona-Pandemie ein wichtiges Zeichen. Die nun bevorstehende Ernte habe vielleicht "noch nie so viel symbolische Bedeutung" gehabt wie dieses Jahr, sagte Bedford-Strohm.

Bedford-Strohm sagte am Sonntag im unterfränkischen Weinort Sommerhausen in seiner Predigt, dass in diesen Zeiten wie seit vielen Jahrhunderten wieder Trauben geerntet werden, "ist ein Zeichen, das guttut". Es stehe dafür, dass das Leben weitergehe, "auch in Zeiten, in denen so vieles anders ist".

Der bayerische Landesbischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, predigte am Sonntag über das Gleichnis vom Weinstock (Joh. 15, 1-8). Das Bild von Christus als Weinstock und den Christen als Reben sei "ein kraftvolles Bild, ganz besonders in einer Zeit, in der wir viel Kraft brauchen, weil so vieles unsicher ist, weil so vieles wegzubrechen droht, weil uns Manches auch richtiggehend Angst macht", sagte Bedford-Strohm. Zugleich erinnerte er daran, wie Menschen durch die Herausforderungen der Corona-Krise zusammengerückt sind und sich gegenseitig geholfen haben.

Bedford-Strohm erinnerte in Sommerhausen auch "an all die Menschen in anderen Teilen der Welt", die ebenfalls als Ebenbild Gottes geschaffen seien, aber die "nicht das Glück hatten, hier geboren zu werden", die jeden Tag ums Überleben kämpfen müssten und deren Existenz durch den Klimawandel oder durch die coronabedingten wirtschaftlichen Probleme "noch mehr gefährdet ist". Wenn er an die Not dieser Menschen denke und bemerke, "wie wenig ich sie wirklich auf dem Schirm habe", fühle er sich wie eine "abgeschnittene" Rebe, die ihre Frucht schuldig bleibe, sagte der Landesbischof.

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