Präses Rekowski: Gemeinden sollen Begegnungen fördern

Manfred Rekowski fordert Kirchengemeinden auf, Räume zur Begegnung im Stadtteil zu schaffen.

©Thomas Frey/dpa

Präses Manfred Rekowski setzt auf die Kirchengemeinden im Stadtteil,

Präses Rekowski: Gemeinden sollen Begegnungen fördern
Der rheinische Präses Manfred Rekowski sieht die Aufgabe von Kirchengemeinden in benachteiligten Stadtteilen vor allem darin, Begegnungen zwischen Menschen zu fördern. Das sei ein wichtiger Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte der Theologe beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen in Essen. Dabei sei eine Kooperation mit anderen lokalen Akteuren wie Schulen, Vereinen und Verbänden unerlässlich.

"Wir müssen lernen, miteinander der Stadt Bestes zu suchen", erklärte Präses Manfred Rekowski. Auch der katholische Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit über Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg. Räume zur Begegnung im Stadtteil zu schaffen, sei eine "ökumenische Aufgabe, auch mit anderen Religionen zusammen". Wichtig für einen Stadtteil sei es auch, eine gemeinsame Idee zu verfolgen, "etwas, was man teilen kann", sagte Overbeck. Für das Ruhrgebiet als Ganzes sei beispielsweise die Idee einer Bewerbung für die Olympischen Spiele so eine positive Idee.

Für die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für benachteiligte Stadtteile spielen die Kirchen nach Ansicht des Stadtforschers Klaus Selle eine wichtige Rolle. Die große Chance der Kirchen liege in ihrer "Nähe zu den Menschen", sagte der ehemalige Professor für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen. Mit ihrer Ortsnähe könnten sie zu "Kondensationspunkten" für bürgerschaftliches Engagement werden.

Kooperationen sind wichtig

Nach Selles Worten brechen vielfach zentrale Versammlungsorte weg. "Es fehlt an Orten, wo Gemeinschaft sichtbar wird", sagte er beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen. Kirchen könnten dazu beitragen, solche Orte zu schaffen. Dabei sei die Kooperation mit anderen Akteuren im Stadtteil wie Schulen oder Wohlfahrtsverbänden wichtig.

Arme Stadtteile, meist ehemalige Arbeiterquartiere mit hohem Migrantenanteil, seien für Führungskräfte oder auch Stadtplaner oft unbekannte "blinde Flecken", sagte der Stadtforscher. Zugleich hätten solche Stadtteile als "Ankunftsstadtteile" für Zuwanderer aber eine wichtige Funktion für die Gesamtstadt. Diese verschiedenen Lebenswelten müssten miteinander bekanntmacht werden.

Zum Sozialpolitischen Aschermittwoch laden die Evangelische Kirche im Rheinland und das Ruhrbistum seit 1998 gemeinsam ein. Damit wollen sie einen politischen Akzent aus christlicher Perspektive setzen.

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