Das hat die rheinische Landessynode entschieden

Kirchengesetze

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Die rheinische Landeskirche hat über eine Reihe von Vorlagen und Kirchengesetzen entschieden.

Das hat die rheinische Landessynode entschieden
Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat bei ihren fünftägigen Beratungen, die am Donnerstag in Bad Neuenahr zu Ende gingen, über zahlreiche Themen diskutiert und über eine Reihe von Vorlagen und Kirchengesetzen entschieden. Die wichtigsten Ergebnisse:

MISSBRAUCH: Ein Gesetz gegen sexualisierte Gewalt sieht vor, dass Beschäftigte künftig alle fünf Jahre ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. Das gilt auch für Ehrenamtliche, die in intensivem Kontakt mit Minderjährigen stehen. Für Menschen, die rechtskräftig wegen Missbrauchs verurteilt wurden, gilt ein Beschäftigungsverbot. Ein Verdacht auf Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung muss an eine zentrale Anlaufstelle gemeldet werden. Bislang gab oder gibt es gegen 29 Pfarrer strafrechtliche oder disziplinarische Verfahren.

FINANZEN: Landeskirche, Kirchenkreise und Gemeinden erhalten 2021 mindestens 70 Millionen Euro mehr als 2020, ein Plus von zehn Prozent oder knapp 30 Euro pro Kirchenmitglied. Grund ist, dass die Umlage für die Versorgung der Ruhestands-Pfarrer und Kirchenbeamten von 25 auf 18 Prozent des Kirchensteueraufkommens sinkt. Der Prüfbericht zu Millionen-Mehrkosten von 3,4 Millionen Euro für eine Umstellung der Finanzsoftware hat eine unzureichende Kostenschätzung, handwerkliche Fehler und einen zu ehrgeizigen Zeitplan ausgemacht. Über die Konsequenzen beraten mehrere Ausschüsse, ihr Ergebnis beschäftigt dann die Synode 2021.

KIRCHENTAG: Die rheinische Kirche lädt den Deutschen Evangelischen Kirchentag ab 2027 ins Rheinland ein - in welche Stadt, ist noch offen. Für das Großereignis werden 8,5 Millionen Euro zurückgelegt. Wo der Kirchentag stattfindet, entscheidet das Präsidium der Laienorganisation.

THEOLOGENAUSBILDUNG: Die rheinische Kirche hebt ihren Kürzungsbeschluss auf und sichert mit weiterhin knapp 2,8 Millionen Euro pro Jahr die Zukunft der Kirchlichen Hochschule (KiHo) Wuppertal/Bethel, die sie gemeinsam mit der westfälischen Kirche und den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel trägt. Ein neuer Studiengang ermöglicht künftig auch eine berufsbegleitende Theologenausbildung.

FLÜCHTLINGE: Die Landessynode fordert staatliche Seenotrettung und bittet die Gemeinden und Kirchenkreise, das Aktionsbündnis "United 4 Rescue - Gemeinsam Retten!" zu unterstützen. Die EU solle die Verteilung von Flüchtlingen regeln und Deutschland unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus überfüllten griechischen Lagern aufnehmen. Nötig sei auch ein Rechtsanspruch auf die Zusammenführung von Familien.

Mission und Ökumene, Kinderarmut und Diakonie

KINDERARMUT: Die Synode erneuert ihre Forderung nach einer Kindergrundsicherung zur Armutsbekämpfung.

DIAKONIE: Kirchengemeinden und Diakonie sollen stärker kooperieren. Eine Arbeitsgruppe soll Ideen und Formate entwickeln.

MISSION UND ÖKUMENE: Ein neuer "Rheinischer Dienst für internationale Ökumene" tritt an die Stelle des bisherigen Gemeindedienstes für Mission und Ökumene, es wird intensiv mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) kooperiert. Die Kirchenkreise werden dadurch um 400.000 Euro entlastet. Eine Minderheit kritisiert, durch die Änderung kürze die Landeskirche ihre Ausgaben für entwicklungspolitische Projekt etwa bei "Brot für die Welt" um 600.000 Euro.

Präses Manfred Rekowski ruft in seinem Jahresbericht zum Eintreten gegen Antisemitismus, Hass und Populismus auf.

JUDENTUM: Angesichts des wachsenden Antisemitismus soll der Dialog mit dem Judentum vertieft werden. 

WAHLEN: Die Pfarrerinnen Christiane Münker-Lütkehans aus Moers und Almut van Niekerk aus Sankt Augustin wurden als neue Mitglieder in die Kirchenleitung gewählt. Präses Manfred Rekowski tritt nach dem Ende seiner achtjährigen Amtszeit bei der nächsten Wahl Anfang 2021 nicht mehr an.

PRÄSES-BERICHT: Präses Manfred Rekowski ruft in seinem Jahresbericht zum Eintreten gegen Antisemitismus, Hass und Populismus auf und dringt auf konsequenten Klimaschutz. Die Kirche müsse ihre Strukturen an sinkende Einnahmen und Mitgliederzahlen anpassen.

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