Führende Theologen plädieren für wechselseitige Abendmahlteilnahme

Gemeinsames Abendmahl möglich

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In einem "bahnbrechenden Dokument" sprechen sich die Theologinnen und Theologen dafür aus, dass Protestanten und Katholiken an den Abendmahlsfeiern der jeweils anderen Konfession teilnehmen können.

Führende Theologen plädieren für wechselseitige Abendmahlteilnahme
Führende evangelische und katholische Theologen haben sich für die wechselseitige Teilnahme am Abendmahl ausgesprochen.

"Ich sehe darin einen wichtigen und gangbaren Schritt auf dem Weg hin zu einer sichtbaren Einheit unserer beiden Kirchen", sagte der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Vorstellung eines Papiers zur gemeinsamen Abendmahlspraxis. Autoren sind Theologen aus den beiden großen Kirchen. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, sprach von einem "bahnbrechenden Dokument".

In dem Dokument sprechen sich die Theologinnen und Theologen dafür aus, dass Protestanten und Katholiken an den Abendmahlsfeiern der jeweils anderen Konfession teilnehmen können - ohne die bestehenden Unterschiede zu leugnen. Das Votum der Theologen bezieht sich jedoch nicht auf ein "gemeinsames Abendmahl", das ein Zeichen für die sichtbare Einheit der Kirche sein würde.

Zehn Jahre lang habe man an der Studie gearbeitet, sagte die Professorin für Ökumenische Theologie, Dorothea Sattler, bei der Vorstellung. Dass am Ende der Arbeit ein gemeinsames Votum für eine wechselseitige Teilnahme stehe, sei nicht selbstverständlich gewesen. Sattler ist die katholische Leiterin des Arbeitskreises. "Wir wollen, dass der Text auch Folgen für die Praxis hat", sagte der Kirchenhistoriker Volker Leppin, der evangelische Leiter des Arbeitskreises.

Damit aus dem Text auch Praxis wird, brauche es allerdings eine theologische Rezeption, betonten Bischof Hein und Bischof Bätzing gleichermaßen. Die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Abendmahl wachse, "dass uns das zu Lebzeiten geschenkt wird", sagte Bätzing. Er hoffe, dass das Votum bereits mit Blick auf den dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt zu einer solide begründeten und zugleich vorsichtig verantwortbaren Öffnung der bisherigen Praxis beitrage.

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