Spiritueller Tourismus

Urlaub im Kloster

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Viele Urlauber suchen die Schlichtheit und Ruhe eines Klosters auf. Eine Frau blickt auf das Kloster Weltenburg in Bayern.

Spiritueller Tourismus
Viele buchen ihren Pauschalurlaub im Reisebüro oder auf entsprechenden Online-Portalen. Doch schon längst gibt es den Trend zum Individualtourismus. Menschen möchten ihren Urlaub dafür nutzen, um sich und vielleicht auch Gott näher zu kommen. Auf einer Tagung im Brandenburgischen Kloster Chorin wurde darüber jüngst diskutiert.

Spiritualität, Glaube und Selbstfindung werden den Menschen immer wichtiger. Sie nutzen gerade ihren Urlaub dafür, um etwas für ihre Seele zu tun. Im Tourismus sei das ein neuer Trend. "Das Thema spiritueller Tourismus, religiöser Tourismus, ist von der Welttourismus-Organisation als eine der Triebfedern des Tourismus international anerkannt worden", erklärt Rulf Treidel, der an der Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld Tourismusmanagement lehrt. Er untermauert das auch mit Zahlen: "Ungefähr ein Drittel aller Reisenden weltweit werden durch spirituellen oder religiösen Tourismus getrieben. Die Welttourismus-Organisation prognostiziert bis 2030 rund 1,8 Milliarden touristische Ankünfte", so Treidel.

Zum Beispiel der gezielte Besuch von Klöstern, um sich von der Ruhe und dem Raum inspirieren zu lassen. Oder buddhistische Retreaten und Einkehrwochen, Wanderfasten bis hin zu Ayurveda-Kuren. Ein Trend, aber noch kein Massenmarkt, der die großen Reiseveranstalter auf den Plan rufe. Aber es sei eine wachsende Nische.

"Die großen Veranstalter bedienen auch nur die Hälfte des deutschen Reisemarktes. Die andere Hälfte ist individuell organisiert. Das sind Menschen, die Angebote in der Region suchen. Die Jakobsweg-Pilger zum Beispiel sind nur zu einem kleinen Teil organisiert", weiß Tourismusfachmann Treidel.

Segensworte inklusive

Laut Deutschem Reiseverband begaben sich 2018 rund 47 Prozent aller Deutschen selbst organisiert als Individualtouristen in den Urlaub. Immerhin ein Volumen von mindestens 30 Milliarden Euro. Ein Bruchteil davon fließe bereits in den spirituellen Tourismus. Das Segment wachse auch in der Bundesrepublik stetig, schätzen die Reisefachleute. Etwa in Brandenburg. Schon in Polen beginnt der historische Pilgerpfad. Über Frankfurt Oder, die alte Bischofsstadt Lebus, in Richtung Westen an dem kleinen Ort Sieversdorf vorbei. Dort betreibt Silvia Scheffler zusammen mit ihrem Mann eine kleine Orgelwerkstatt, an die eine kleine Pilger-Herberge angeschlossen ist.

"Ich versuche das im geistlichen Sinne zu tun, was ich als Laie tun kann. Ich gehe morgens mit den Pilgern in die Kirche, dafür habe ich auch extra den Kirchenschlüssel, um ein Segenswort zu sprechen: Du Gott des Aufbruchs, segne und behüte uns, wenn wir Abhängigkeiten entfliehen, wenn wir festgetretene Wege verlassen und Neues wagen. Ich mache die Kerzen an, um die Pilger auf den Weg zu schicken. Und das ist meistens eine schöne Begegnung und da fühle ich mich auch im Sinne eines Christen handelnd", berichtet Herbergsmutter Silvia Scheffler.

Das Doppelzimmer vermietet sie für derzeit 25 €. Wer den eigenen Schlafsack mitbringt, kann auch schon mal umsonst unterkommen.

"Einmal kamen zwei Polizisten. Ich wusste das da noch nicht. Die waren so durchnässt und kaputt und so müde und sie suchten jetzt unbedingt eine Unterkunft. Ich musste aber weg. Ich sagte: Kommt, geht mal da hinten rein und da könnt ihr auch gleich hier in meinem Haus schlafen, die Pension ist voll. Und dann bin ich zum Chor gegangen. Und das war für diese Polizisten ein nachhaltiges Erlebnis, dass wir sie rein ließen, obwohl wir gar nicht wussten, wer sie sind. Die haben hinterher gesagt, sie hätten jetzt wieder den Glauben an die Menschheit gefunden", erinnert sich Scheffler.

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Zur Vorbereitung auf den Klosterurlaub: Diese Klostertypen gibt es

Kloster Maulbronn

Foto: epd-bild/Gustavo Alabiso

Kloster Maulbronn

Foto: epd-bild/Gustavo Alabiso

<p>Das <a href=" https://www.kloster-maulbronn.de/start/">Kloster Maulbronn</a> in Baden-Württemberg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von Zisterzienser-Mönchen gegründet. Mit der Reformation ging die Zeit der Mönche in der riesigen Klosterstadt jedoch zu ende. 1556 wurde in den ehemaligen Klostermauern dann eine evangelische Klosterschule eröffnet, auf der unter anderem Schriftsteller wie Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse die Schulbank drückten.</p>

Seit 1993 ist das Kloster Maulbronn, das als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen gilt, UNESCO-Weltkulturerbe. Rund 230.000 Menschen besuchen Maulbronn jedes Jahr. Deswegen gehört die Anlage in die Kategorie "Kloster als Sehenswürdigkeit".

Kloster Frauenwörth

Foto: Credit: aerial-photos.com/Alamy

<p>Die <a href="https://www.frauenwoerth.de/">Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth</a> im Chiemsee wurde der Überlieferung nach bereits um das Jahr 772 von Bayernherzog Tassilo III. gegründet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst, 1901 aber wurde das katholische Kloster erneut zur Abtei erhoben. Die Abtei Frauenwörth hat einen eigenen Klosterladen, bietet in einem Seminarhaus Kurse und Seminare sowie eine Reihe von Zimmern in verschiedenen Kategorien an.
Die Abtei an sich sieht sich selbst ausdrücklich nicht als Hotel an, nimmt aber gerne Gäste für Stille Tage der Besinnung und Einkehr an. Geistliche Gespräche mit einer der Schwestern sind für diejenigen, die dieses Angebot wahrnehmen, durchaus möglich.</p>
Bezeichnend für ein sogenanntes "Seminar-Kloster" ist laut <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> die Tatsache, dass sie ihre Räumlichkeiten als Bildungsstätte für spirituelle und nicht-spirituelle Angebote nutzen und einen professionellen Tagungs- und Hotelbetrieb anbieten, der häufig mit Hilfe Außenstehender betrieben wird.

Kloster Arenberg

Foto: epd-bild/Lothar Stein

<p>Das <a href="https://kloster-arenberg.de/">Kloster Arenberg</a> in Rheinland-Pfalz wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Dort leben derzeit 65 katholische Schwestern der heiligen Katharina von Siena im Orden des heiligen Dominikus. "Erholen, begegnen, heilen" lautet das Konzept von Kloster Arenberg, das neben einem Geistlichen- auch ein umfangreiches Seminar-, Fitness- und Wellnessangebot bietet.</p>
Der Fokus der sogenannten "Wellness-Klöster" liege auf den gesundheitlichen Aspekten und nicht auf religiösen oder spirituellen, so <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a>. Als eine große Herausforderung der "Wellness-Klöster" sieht sie den Spagat zwischen Authentizität und Attraktivität für die Besucher. "Wellness-Klöster" eignen sich ihrer Einschätzung zufolge besonders für Menschen, die sich zeitgleich um ihre körperliche und um ihre geistige Gesundheit kümmern möchten.

Kloster Wennigsen

Foto: CC BY-SA 3.0/Wikipedia

<p>Das <a href="http://www.kloster-wennigsen.de/">Kloster Wennigsen</a> gehört zu den fünf Calenberger Klöstern in der Region Hannover, die von der <a href="https://www.klosterkammer.de/">Klosterkammer Hannover</a> betreut werden. Die noch erhaltenen Gebäude entstanden in der Barockzeit, die Geschichte des Klosters reicht jedoch deutlich weiter zurück: im 13. Jahrhundert wurde es als Stift für Augustiner-Chorfrauen gegründet. Mit der Reformation erfolgte der Übergang zu einem evangelischen Damenstift – noch heute lebt dort eine von der hannoverschen Landekirche anerkannte geistliche Frauengemeinschaft. Sie öffnen ihre Zimmer für Gäste, die sich selbst versorgen und selbstbestimmt zur Ruhe kommen möchten – bieten ihnen aber auch zweimal am Tag die Teilnahme an der Meditations- und Gebetszeit an.</p>
<a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> zufolge bieten alternative Klöster ihren Besuchern ein kleines seelsorgerisches Programm sowie einige ausgewählte Kurse oder Veranstaltungen zu religiösen Themen. Die Verpflegung muss entweder komplett selbst übernommen werden oder aber zumindest zu großen Teilen. Gemeinsame Gottesdienste, Gebet und Gespräche sind bei diesem Typus willkommen.

Kloster Sonnenhof

Foto: Kloster Sonnenhof

<p>Das <a href="http://www.sonnenhof-grandchamp.org/">Kloster Sonnenhof – Haus der Stille</a> im schweizerischen Kanton Baselland wird von den Schwestern von Grandchamp bewohnt. Die Kommunität Grandchamp ist eine Gemeinschaft von Schwestern, die aus unterschiedlichen Kirchen und verschiedenen Ländern kommen. Sie wurde in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet.</p>
Die Schwestern empfangen Mitglieder anderer Gemeinschaften sowie Frauen und Männer, die für einige Tage in der Stille innehalten und sich erneuern möchten. Eine Schwester begleitet jeden Einzelgast. Sie führt in das Leben der Kommunität ein, in die Stundengebete, in die gemeinsam mit den Schwestern im Schweigen eingenommenen Mahlzeiten. Das alles kennzeichnet <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> zufolge ein traditionelles Kloster: gemeinsame Gebete und Gespräche, die Öffnung des Ordens gegenüber den Gästen und das geistige Angebot oft ohne Erwerbsabsicht.

Kloster Hegne

© Haus St. Elisabeth

<p>Im <a href="https://www.kloster-hegne.de/kloster.html">Kloster Hegne </a> am Bodensee lebt die katholische "Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz". Der bauliche Kern des Klosters ist das aus dem 16. Jahrhundert stammende Schloss Hegne, das die Gemeinschaft im Jahr 1892 erwarb. Neben der Möglichkeit, bis zu drei stille Tage im Haus Hildegard zu verbringen, betreibt das Kloster Hegne auch das professionelle <a href="https://www.st-elisabeth-hegne.de/hotel_st_elisabeth.html ">Tagungs- und Ferienhotel St. Elisabeth</a>.</p> Dieser Teil des Klosters Hegne entspricht der Definition, die <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> für <a href="https://www.st-elisabeth-hegne.de/hotel-st-elisabeth.html">Hotelkloster</a> festgelegt hat: St. Elisabeth bietet modern ausgestattete Zimmer mit Fernsehen in vier Preiskategorien und Tagungsräume verschiedener Größe. Ein Jahresprogramm bietet ein breites Spektrum spiritueller und kultureller Angebote, Möglichkeiten der Begleitung und Beratung und Angebote, das Kloster zu erleben. Zugleich ist Kloster Hegne als Verehrungsort der seligen Ulrika Nisch Pilgerstätte und seit Jahrzehnten Ziel ungezählter Pilgerinnen und Pilger.
Klöster dieser Art haben sich professionell auf den modernen Tourismus eingestellt und sind Sommer zufolge auch für Menschen interessant, die sich noch nicht zu sehr auf den Klosteralltag einlassen möchten.

Communität Christusbruderschaft

Foto: epd-bild/Michael McKee

<p>Die <a href="https://christusbruderschaft.de/de/direct/">evangelische Communität Christusbruderschaft </a> wurde 1949 gegründet und zog noch im gleichen Jahr ins oberfränkische Selbitz. In der Communität leben die Schwestern und Brüder nach alten Mönchsregeln: Armut, Keuschheit und Gehorsam. Neben dem regulären Angebot gibt es auch noch spezielle Angebote für alle, die länger und enger in und mit der Gemeinschaft zusammenleben wollen: "Atem-holen" für Mitarbeiter der evangelischen Landeskirche Bayern, "Kloster auf Zeit" und "Experiment: Leben teilen".</p>
Diese Möglichkeit wirklich Teil des Klosteralltags zu werden, macht die Kommunität zu einem ursprünglichen Kloster nach <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Sommers</a> Definition. Es wird erwartet, dass sich die Besucher in dieser Zeit auf den Klosteralltag einlassen, mitleben und auch mitarbeiten. In ursprünglichen Klöstern sind Aufenthalte von mehreren Wochen oder sogar Monaten möglich.

Kloster Loccum

Foto: epd-bild/Jens Schulze

<p>Das <a href=" http://www.kloster-loccum.de/"> Kloster Loccum </a> in Niedersachsen wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelisch-lutherischen Glauben. Bis heute gehört es offiziell zum Orden der Zisterzienser und zur "Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland". Seit etwa 300 Jahren dient es als Predigerseminar für angehende Pastorinnen und Pastoren der hannoverschen Landeskirche. </p>
Dadurch, dass das Kloster Loccum am <a href="http://www.loccum-volkenroda.de/der-weg/">Pilgerweg Loccum-Volkenroda </a> liegt, kann man es als Kloster am Pilgerweg kategorisieren.

Die Pilgerherberge ist zwar ein angemeldeter Pensionsbetrieb, aber kein Geschäft. Das kleine Unternehmen sei mehr ein menschlicher Zugewinn für alle Beteiligten, sagt die engagierte Christin:

"Für die kleinsten Dinge kann man Dankbarkeit erfahren und das ist auch ein Geschenk. Wir pilgern ja nicht mehr wie die Katholiken zu Luthers Zeiten wegen Ablass, sondern Pilger sind einfach Menschen, die sich auf den Weg machen und irgendetwas neu lernen wollen. Die sich in einen offenen Raum begeben, um geistliche Erfahrung zu machen. Und dafür sollten alle Kirchen und alle Menschen auch offen sein."

Intelligente und attraktive Kirchennutzung

Im Trend liegt eben auch, die jahrhundertealten christlichen Kirchen, Kapellen und Gemeindehäuser auf dem Land zu entdecken, von Fachwerk bis Feldstein, von Barock bis Gotik. Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen:

"Wir haben bereits vor 20 Jahren angefangen, die Aktion 'Offene Kirchen' zu starten. In einer Region wie Brandenburg würde es sich gar nicht lohnen, die Kirchen von 10:00-18:00 Uhr offen zu halten. Wir möchten besser verlässliche Ansprechpartner haben, von denen die Telefonnummer bekannt ist, die Email-Adresse, wo man sich ankündigen kann und wo man den Schlüssel holt. Und das klappt im Prinzip sehr gut. Über 1.000 Gemeinden beteiligen sich daran."

Viele einst verrottete Dorfkirchen wurden in den letzten 30 Jahren gerettet. Aber die christliche Gemeinde ist vielerorts kaum noch vorhanden. Es gilt also, intelligente und auch für Touristen attraktive Nutzungen zu finden.

"Vor 20, 30 Jahren war es noch schwierig, ein Jazzkonzert in einer Kirche anzubieten. Das ist jetzt in den meisten Orten eine Selbstverständlichkeit. Da finden Lesungen statt, da wird Theater gespielt. Man hat in einigen Kirchen während der Fußballweltmeisterschaft Public Viewing gemacht. Warum auch nicht? Der Kirchenraum ist durch das Kreuz determiniert und alles, was sich vor diesem Kreuz nicht verstecken muss, das ist in einer Kirche möglich", sagt Bernd Janowski.

Diakon Sven Ahlhelm ist im alten Zisterzienser-Kloster Chorin sogar extra angestellt, um die Verbindung von Spiritualität und Tourismus voran zu bringen. Er versucht etwa auch den gestressten Großstädtern das zu bieten, was sie bei sich in der eigenen Kirchgemeinde nicht so leicht finden können.

"Hier im Kloster Chorin haben wir die Stille Stunde installiert. Das ist ein Angebot ein Mal im Monat an einem Freitag Abend, an dem man schweigend die Klostermauern abseits des großen touristischen Begängnisses noch mal genießen kann", sagt Ahlhelm.

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Klöster und ihre Gärten

Rosen am und im Kloster

© Toma Babovic/laif

Rosen am und im Kloster

© Toma Babovic/laif

Wie im Märchen von Dornröschen ranken sich romantisch die Rosen um die dicken Steinwänden des evangelischen Augustinerklosters in Erfurt. Verwunschen wirkt der Garten. Eine Rose findet sich auch innerhalb der Klosterwände: Im Löwen- und Papageien-Fenster der Augustinerkirche des Klosters befindet sich im Glas abgebildet das Vorbild der ersten Lutherrose. Der Reformator Martin Luther lebte zwischen 1505 und 1512 als Mönch in dem Erfurter Kloster.

Kultur im Garten

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Wunderschön ist die denkmalgeschützte Gartenanlage um das katholische Stift Neuzelle in Brandenburg. In den Sommermonaten bietet die Stiftung Neuzelle in der Anlage ein umfangreiches Kulturprogramm an. Es gibt Konzerte in den Kirchen, Ausstellungen und das internationale Musiktheaterfestival "Oper Oder-Spree". Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Klostermuseum im Kreuzgang, das im Jahr 2009 eröffnet wurde.

Klostergarten

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Im evangelischen Kloster Barsighausen bei Hannover erntet Schwester Christine einen Kürbis. Der Klostergarten bietet reichliche Ernte: Eingekochtes Obst, Säfte und Marmeladen lagern nach der Ernte im Keller. Pastoren und andere Mitarbeiter der Landeskirche haben in dem Kloster auch die Möglichkeit, Früchte ihrer geistigen Arbeit zu ernten. Seit einigen Jahren gibt es integriert in das Klosterleben das "Haus Inspiratio". Christlich engagierte Menschen können hier zur Ruhe kommen, geistig Kraft tanken - auch um Burnout und möglichen Erschöpfungszuständen vorzubeugen. Es stehen mehrere Appartements zur Verfügung. Das Haus ist eines von nur drei Einrichtungen seiner Art in Deutschland.

Kraeutergarten des evangelischen Frauenkloster Stift zum Heiligengrabe

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Das Schild weist darauf hin, dass es hier zum Kräutergarten des evangelischen Frauenklosters Stift zum Heiligengrabe in Brandenburg geht. Das einstige Frauenkloster des Zisterzienserordens wurde im Mittelalter gegründet und bis heute gibt es hier immer noch reges Leben: Achtsamkeit-Meditationen, Yoga, Pilgern, meditative Tänze und Ausstellungen.

Heilung durch Kräuter

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"Kräuter gegen Erkältungskrankheiten" steht auf dem kleinen Schildchen mitten in der Kapuzinerkresse im Kräutergarten des evangelischen Frauenklosters Stift zum Heiligengrabe in Brandenburg. Die Inhaltsstoffe der Pflanze, wie zum Beispiel Senföle, wirken gegen bestimmte Viren und Bakterien. Äußerlich angewendet regt Kapuzinerkresse die Durchblutung an. Ab und an veranstaltet das Kloster Seminare, in denen Interessierte das Wissen und den Gebrauch von Heilkräutern erlernen können. Für den praktischen Teil des Seminars wird der Kräutergarten genutzt, aber auch die Wildnis in der Umgebung.

Taufe im Klostergarten

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Im Garten des evangelischen Klosters Loccum bei Hannover finden immer wieder Tauffeste statt. Bei einem besonders großen Fest im Jahr 2017 wurden der kleine Hannes und 61 andere Kinder im Alter von 4 Monaten bis 12 Jahren getauft. Die Idee kam vom Kirchenkreis Stolzenau-Loccum, nachdem man festgestellt hatte, dass viele Kinder und Jugendliche im Kirchenkreis nicht getauft sind. Pastor Joachim Köhler hatte die zündende Idee, und es entstand ein außergewöhnlicher Gottesdienst .

Kontemplation im Garten

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Kloster Triefenstein liegt westlich von Würzburg. Die evangelische "Christusträger Bruderschaft" hegt und pflegt das jahrhundertealte Gebäude und seine Gartenanlage. Die aktuell 14 dort lebenden Brüder betreiben im Kloster unter anderem ein Tagungs- und Gästehaus. Es ist inzwischen die Haupteinnahmequelle der Bruderschaft. Es kommen viele Menschen nach Triefenstein, die gerade Rückzug von der Welt suchen. Die Gartenanlage bietet Raum für kontemplative Spaziergänge. Manchmal gibt es im Freien auch Gottesdienste und Konzerte.

Märchenerzählen im Kräutergarten

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Die großflächige Gartenanlage im evangelischen Kloster Lüne bei Lüneburg wurde im Jahr 2006 neu angelegt, sie wurde nach altem Vorbild neu gestaltet. Die Gartenanlage soll nach Angaben des Klosters eine Insel der Ruhe und Besinnung, aber auch ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Kultur sein. Ab und an erzählt beispielsweise eine Märchenerzählerin im Kräutergarten jungen und alten interessierten Menschen ihre Geschichten.

Vom Kloster zur Schule

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Das Kloster Alpirsbach steht im Schwarzwald in Baden-Württemberg. Im Garten werden manchmal Führungen für große und kleine "Kräuterdetektive" angeboten. Nach der Einführung des Protestantismus in Württemberg beendete Herzog Christoph 1556 den Alpirsbacher Klosterbetrieb und gründete stattdessen eine evangelische Klosterschule - und auch eine Brauerei. Mönche - und auch Nonnen - spielten im Mittelalter tatsächlich eine wichtige Rolle beim Bierbrauen. Da Äbte des Lesens und Schreibens kundig waren, konnten sie überlieferte Rezepte verfeinern und weitergeben. Heute gibt es einige Biermarken die nach Ordensgemeinschaften benannt sind, beispielsweise das "Alpirsbacher".

Das Kloster bei Neukloster

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Das evangelische Kloster Sonnenkamp ist ein Zisterzienserinnenkloster im Osten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 1219 wurde dort eine kleinere Siedlung gegründet, aus der das Kloster erwuchs. Aufgrund dessen erhielt die Siedlung bald den Namen Neukloster. Im Jahre 1555 wurde "Sonnenkamp" im Zuge der Reformation säkularisiert und große Teile des ehemaligen Klostergeländes verfielen.

Ein Ort zum Gebet

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Zwei Zisterzienserinnen spazieren durch den Garten ihres Klosters St. Marien zu Helfta in der Lutherstadt Eisleben. Heute leben in Helfta zwölf Schwestern, acht von ihnen haben sich durch ihr Gelübde auf Lebenszeit an den Ort gebunden. Der Garten um das Kloster bietet einen Ort für Austausch miteinander, zum Gebet, oder auch zur Meditation. Ehrenamtliche Helfer können sich auch in die Gartenarbeit einbringen.

Es gebe allerdings für den spirituellen Tourismus noch kein Konzept zwischen der Landeskirche und den örtlichen Gemeinden. Vieles wie Pilgerwege, Einkehrhäuser oder Meditationswochen seien noch singuläre Angebote, ohne vom Land Brandenburg groß beworben zu werden. Aber man sei auf dem Weg, den spirituellen Tourismus bekannter zu machen, etwa durch erhöhte Online-Präsenz, verspricht Diakon Sven Ahlhelm:

"Davon können alle nur profitieren. Es wäre auch für die Region ein Gewinn, Gäste zu empfangen, die sich auf der Suche nach sich selbst auf den Weg machen."