Kirchen mahnen Erhalt des freien Sonntages an

Arbeitsfreier Sonntag

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Jeder Mensch hat ein Recht auf eine Unterbrechung vom Alltag, daher sollte der Sonntag arbeitsfrei sein.

Kirchen mahnen Erhalt des freien Sonntages an
Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften haben am "Internationalen Tag des freien Sonntags" am 3. März in Gottesdiensten den Erhalt eines gemeinsamen freien Tages angemahnt. "Arbeit soll nicht versklaven, Arbeit ist nicht alles im Leben", sagte der evangelische Landessozialpfarrer Matthias Jung in der hannoverschen Apostel-und-Markus-Kirche.

Die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Edda Bosse, warnte in der Kirche "Unser Lieben Frauen" in der Hansestadt vor der Vereinnahmung des Sonntags durch die Konsumgesellschaft: Eine Gesellschaft verarme an Geist und Seele, wenn sie nur noch aus Käufern und Verkäufern bestehe.

Die Kirchengemeinden folgten einem Aufruf der "Allianz für den freien Sonntag". Dem Bündnis gehören eigenen Angaben zufolge europaweit mehr als 100 Kirchen, Gewerkschaften und Organisationen an. Sie wehren sich gegen eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes.

Kirchen-Präsidentin Bosse betonte, jeder Mensch habe ein Recht auf eine Unterbrechung vom Alltag. "Nicht nur Regeneration, um wieder leisten zu können. Nein, Stecker ziehen ist angesagt. Die Zeit dehnen, den Kopf frei machen, in der Natur sein."

Sonntagsschutz seit 321 nach Christus

In der Göttinger St.-Johannis-Kirche warnte die Betriebsrätin der Sartorius AG, Annette Becker, vor einer "Entgrenzung der Arbeitszeit". Sie sorge sich um Kollegen, die sich nicht mehr von der Arbeit abgrenzen könnten und freiwillig auch am Sonntag arbeiteten.

"Meist handelt es sich um Mitarbeiter, die ihren Job gern machen oder sogar richtig dafür brennen. Sie verstehen nicht, warum sie nicht arbeiten können, wann immer sie wollen, und warum der Betriebsrat da Grenzen setzt", sagte Becker. Global scheine der Schutzwall um die Sonntagsarbeit längst gefallen zu sein.

Die "Allianz für den freien Sonntag" beruft sich auf den römischen Kaiser Konstantin den Großen, der den ersten Sonntagsschutz in der Geschichte der Menschheit ausgerufen habe. Sein Edikt sei am 3. März des Jahres 321 nach Christus im gesamten römischen Weltreich rechtskräftig geworden. Danach sollten "alle Richter, Stadtleute und alle Gewerbetreibenden am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen".

Zu den Trägerorganisationen der Allianz zählen unter anderen die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, die Gewerkschaft ver.di und der Bundesverband der Evangelischen Arbeitnehmerorganisationen. Auch die Katholische Betriebsseelsorge und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützen die Allianz.

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