"Willow Creek": Missbrauchsvorwürfe gegen Gründer glaubhaft

Bill Hybels

© epd-bild/Joerg Decker

Bill Hybels, Gründer und Hauptpastor der US-amerikanischen "Willow Creek"-Megakirche,.

"Willow Creek": Missbrauchsvorwürfe gegen Gründer glaubhaft
Ein Untersuchungsbericht hat Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Gründer der US-amerikanischen "Willow Creek"-Kirche, Bill Hybels, als glaubwürdig eingestuft. Hybels habe zudem weibliche und männliche Angestellte verbal und emotional eingeschüchtert, schreibt das Gremium in seinem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Abschlussbericht des von der Kirche eingesetzten Gremiums. Sein Führungsstil sei von mehreren Befragten als "brüsk, grob und herablassend" beschrieben worden.

Hybels war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im April 2018 als Hauptpastor der protestantischen "Willow Creek"-Megakirche zurückgetreten. Die Vorwürfe gegen ihn waren zuerst von der "Chicago Tribune" publiziert worden. Die Zeitung schrieb von anzüglichen Kommentaren, langen Umarmungen, einem ungewollten Kuss und Einladungen in Hotelzimmer. Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe waren auch die Kirchenältesten zurückgetreten.

Das von "Willow Creek" eingesetzte unabhängige Untersuchungsgremium bestand aus vier Personen, die nicht der Gemeinde angehören. Sie traten im August 2018 zusammen und führten unter anderem Interviews mit Hybels sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Gremium hat keine rechtliche Handhabe.

Mit Tausenden Gottesdienstbesuchern ist die unabhängige protestantische "Willow Creek"-Gemeinde in der Nähe von Chicago eine der größten Kirchen in den USA. Vielen evangelikal orientierten Christen weltweit gilt "Willow Creek" als Modell für eine moderne Verkündigung.