Abrüstung

<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p>Die Ostermärsche der deutschen Friedensbewegung, die am Karsamstag mit fast 80 Kundgebungen ihren diesjährigen Höhepunkt erreichten, haben eine mehr als 60-jährige Tradition. Inspiriert wurden die ersten Aktionen von britischen Friedensaktivisten, die an Ostern 1958 einen dreitägigen Protestmarsch zum Atomwaffen-Forschungszentrum Aldermaston organisierten. An den Ostertagen im April 1960 demonstrierten dann am Truppenübungsplatz im niedersächsischen Bergen-Hohne mehr als tausend Pazifisten gegen Atomwaffen - der erste Ostermarsch für Frieden und Abrüstung in Deutschland.</p>

<p>Die Bewegung wuchs rasch: 1961 waren es bundesweit vier und 1964 bereits 20 Ostermärsche. Nach einer längeren Pause in den 70er Jahren erhielt die Ostermarschbewegung zu Beginn der 80er Jahre mit den Protesten gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenwaffen neuen Auftrieb. Damals kamen Hunderttausende zu den Kundgebungen. Danach wurden die Ostermärsche zwar kleiner, sie erlebten aber etwa während der Kriege etwa im ehemaligen Jugoslawien und am Golf zwischenzeitlich stärkeren Zulauf und sind bis heute identitätsstiftend für die Friedensbewegung.</p>

<p>In den Jahren vor der Corona-Pandemie beteiligten sich regelmäßig mehrere tausend Menschen an den Osteraktionen, die von Mahnwachen, Demonstrationen und Blockadeaktionen über Fahrradtouren und Wanderungen bis zu Friedensgebeten und Friedensfesten reichen. Im Jahr 2020 waren die Kundgebungen pandemiebedingt nur online möglich. Im vergangenen Jahr gab es dann wieder rund hundert öffentliche Ostermarsch-Aktionen.</p>

<p>Thematischer Ausgangspunkt der ersten Ostermarschierer war die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt. Hauptthemen sind weiterhin Kriege und Konflikte sowie Waffenexporte, Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Risiken der Atomkraft.</p>

<p>Immer wieder wurden aber auch neue Themen aufgegriffen, zuletzt etwa die Klimaschutzbewegung. In diesem Jahr stehen Proteste gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine im Mittelpunkt. Kritisiert werden auch eine neue Aufrüstung, Waffenlieferungen und das geplante Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Im Ukraine-Konflikt könne es nur eine Verhandlungslösung geben, eine weitere Eskalation müsse vermieden werden.</p>

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<p>Der 4. kirchliche <a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/157830/07-07-2019/750-menschen-bei-christlichem-aktionstag-gegen-atomwaffen-buechel" target="_blank">Aktionstag gegen Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel</a> in der Eifel beginnt am 3. Juli mit einer Schweigeminute um 11.58 Uhr. Im Anschluss predigt&nbsp;der Präsident von Pax Christi Deutschland, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, in einem ökumenischen Gottesdienst, wie der <a href="https://www.evangelische-friedensarbeit.de/" target="_blank">Verein für Friedensarbeit</a> im Raum der <a href="http://www.ekd.de" target="_blank">Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)</a>&nbsp;in Bonn ankündigte. Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, der Geistliche Beirat von Pax Christi Deutschland, Diakon Horst-Peter Rauguth, und Ulrich Suppus von der Hunsrücker Friedensbewegung wirken mit. Am Fliegerhorst Büchel sollen die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.&nbsp;</p>

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<p>Zur Teilnahme am Gottesdienst ist coronabedingt die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung solle aber auch in einem Livestream zu sehen sein. Die für den Aktionstag vorgesehenen Kultur- und Redebeiträge könnten vorab als kurze Videos auf der Internetseite des kirchlichen Aktionstages abgerufen werden.&nbsp;2020 musste der kirchliche Aktionstag coronabedingt komplett virtuell stattfinden. Kohlgraf und die westfälische Präses Kurschus hielten Grußworte.</p>

<p>Die verantwortliche Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hat sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören den Angaben zufolge derzeit Christ:innen&nbsp;aus den evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, Westfalen, dem Rheinland und Württemberg sowie Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi an.</p>

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