Diakonie unterstützt Heils Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung

Maria Loheide

Foto: epd-bild/Andreas Schölzel

Diakonie-Sozialvorstand Maria Loheide unterstützt das Grundrenten-Konzept von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Diakonie unterstützt Heils Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung
Die Diakonie Deutschland macht sich für eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung stark. Sozialvorstand Maria Loheide unterstützte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" das Grundrenten-Konzept von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

"Wir sind dafür, keine Bedürftigkeitsprüfung vorzunehmen", sagte Loheide. Aus der Arbeit der diakonischen Einrichtungen wisse sie, dass alte Menschen sich häufig schämten, ihre Bedürftigkeit zu offenbaren. Viele Kleinrentner würden staatliche Leistungen nicht beantragen, obwohl sie ihnen zustünden, erklärte Loheide. Die Sozialexpertin forderte, die Altersarmut an der Wurzel zu bekämpfen. Dazu gehöre ein höherer Mindestlohn, "und wir müssen uns den Niedriglohnsektor anschauen", sagte Loheide.

Heil will eine Grundrente nach 35 Beitragsjahren einführen, mit der Niedrigrenten um bis zu 447 Euro im Monat aufgestockt würden. Eine Bedürftigkeitsprüfung ist nicht vorgesehen. Die Union lehnt eine Grundrente ohne die Prüfung der Bedürftigkeit ab. Trotz des Gegenwinds vom Koalitionspartner zeigte sich Heil zuversichtlich: "Wer, wenn nicht eine große Koalition soll eine Grundrente hinbekommen?", sagte er. Er rechtfertigte den Verzicht auf eine Bedürftigkeitsprüfung bei seinem Vorschlag. Es gehe um die Anerkennung der Lebensleistung von Menschen, die Jahrzehnte gearbeitet, aber wenig verdient hätten und nicht um eine Sozialleistung, sagte er bei "Maybrit Illner".

Auch Mehrheit der Deutschen ist für Grundrente

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak warf Heil vor, sein Vorschlag schaffe neue Ungerechtigkeiten. Er wolle Geld mit der Gießkanne verteilen und werde denen nicht helfen, die es besonders nötig hätten, sagte Ziemiak. Zugleich zeigte er sich gesprächsbereit. "Wir werden an dem Vorschlag arbeiten", sagte er. Gemeinsames Ziel sei, dass am Ende diejenigen, die gearbeitet hätten, mehr haben müssten als jemand, der nicht gearbeitet habe.

Auch die Mehrheit der Deutschen ist dem ZDF-Politbarometer zufolge für eine Grundrente. 61 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich in der Umfrage für eine solche Änderung aus. Rund ein Drittel (34 Prozent) stellte sich dagegen. Vor allem Anhänger von SPD (74 Prozent), Grünen (72 Prozent), Linken (70 Prozent) und AfD (59 Prozent) unterstützen der Umfrage zufolge die Planungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Anhänger der Union sprachen sich mit 49 Prozent eher dagegen aus als dafür (46 Prozent). Auch FDP-Anhänger zeigten sich mit 58 Prozent nicht überzeugt von dem Vorhaben.

40 Prozent der Befragten gaben an, nicht gut oder überhaupt nicht abgesichert zu sein. Auch jüngere Menschen fühlten sich nicht gut für das Alter abgesichert: Nur 48 Prozent der 35- bis 59-Jährigen fühlen sich gut abgesichert. Bei den über 60-Jährigen waren es 77 Prozent.

Mehr zu Rente
Pfarrer arbeiten weiter nach Ruhestand
Auch in der evangelischen Kirche arbeiten einige Pfarrer über die übliche Altersgrenze hinaus weiter. Manche unterbrechen sogar ihren Ruhestand, um wieder eine Stelle zu übernehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Fürsorge-Aufgaben pflegender Angehöriger rund um Haushalt, Kinder und Pflege werden immer noch zu 80 Prozent von Frauen geleistet.
Die Diakonie Deutschland dringt auf eine bessere finanzielle Absicherung pflegender Angehöriger. Die sogenannte Care-Arbeit - Fürsorge-Aufgaben rund um Haushalt, Kinder und Pflege - werde immer noch zu 80 Prozent von Frauen geleistet, so die Diakonie zum "Equal Care Days" (1.3.).