Deutschland soll Flüchtlinge von "Sea-Watch 3" aufnehmen

Demonstranten mit Rettungswesten

Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Demonstranten stehen mit Rettungswesten vor dem Bundeskanzleramt. Mit der Protestaktion "Seenotrettung statt Seehofer" des Vereins Seebrücke und weiteren Oorganisationen wird eine schnelle Aufnahme der Flüchtlinge auf der Sea-Watch 3 gefordert.

Deutschland soll Flüchtlinge von "Sea-Watch 3" aufnehmen
Bei einem Besuch auf dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" vor der Küste Maltas hat die Grünen-Politikerin Ska Keller die EU-Staaten zur sofortigen Aufnahme der 32 Flüchtlinge an Bord aufgefordert. Es sei "völlig unmenschlich, dass hier Leute zwei Wochen lang alleine gelassen werden", sagte die Europaabgeordnete am Freitag telefonisch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Es sei "erbärmlich", dass kein Land die Leute aufnehme. Wenn die anderen EU-Staaten dazu nicht bereit seien, solle Deutschland dies allein tun. "32 auf 80 Millionen Einwohner" sei keine unmögliche Aufgabe.

Die "Sea-Watch 3" hatte die Menschen am 22. Dezember im Mittelmeer an Bord genommen. Seitdem sucht das Schiff der Berliner Organisation einen Hafen. Ähnlich ergeht es der "Professor Albrecht Penck", die nach Angaben der Regensburger Organisation "Sea-Eye" von dieser Woche mit 17 Migranten an Bord die Erlaubnis zum Anlanden sucht.

Die "Sea-Watch 3" sei mittlerweile in Sichtweite der maltesischen Küste, schilderte die Europaabgeordnete Keller, die unter anderen mit mehreren Bundestagsabgeordneten an Bord ging, die Lage. Am Morgen hätten die maltesischen Behörden wegen schlechten Wetters dem Schiff erlaubt, näher an Land zu fahren.



Man brauche dringend eine Lösung für die beiden Schiffe, mahnte Keller. Deutschland könne auch alle 49 Menschen aufnehmen. Künftig dürfe es nicht bei jeder Seenotrettung "ein ewiges Hin und Her" geben. Die Abgeordnete plädierte für eine permanente Lösung für die Anlandung geretteter Flüchtlinge und langfristig einen Verteilmechanismus für die gesamte EU, wie ihn das Europaparlament bereits beschlossen habe; sie bezog sich auf die Reform des Dublin-Systems, die im Kreise der EU-Regierungen stockt.