Thema Demokratie kommt in Schulen zu kurz

Sitzung des Deutschen Bundestages.

© Ralf Hirschberger/dpa

Schüler können Demokratie praktisch erfahren bei einem Besuch im Deutschen Bundestag beispielsweise.

Die Vermittlung von Demokratie spielt im Schulunterricht offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Für die meisten Lehrkräfte (95 Prozent) sei schulische Demokratiebildung nur von mittlerer Bedeutung, heißt es in einer am Donnerstag von der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh veröffentlichten Studie.

Allerdings hätten fast drei Viertel der Lehrkräfte angegeben, selbst einen demokratischen Umgang mit ihren Schülern zu pflegen und eine Orientierung an Werten wie Respekt, Fairness und Gleichbehandlung zu vermitteln. Für die Studie "Demokratiebildung in Schulen" wurden rund 1.200 Antworten einer bundesweiten Onlinebefragung von Lehrern ausgewertet, die im November und Dezember 2017 durchgeführt wurde.

Formate, die den Unterricht zur Demokratie unterstützen, wurden demnach nur von 1,3 Prozent der Lehrkräfte umfassend eingesetzt. So seien beispielsweise die Teilnahme an Schülerparlamenten, Projektwochen mit Fragen zu Demokratie-Entwicklung oder etwa an einem Demokratietag in Schulen eine absolute Ausnahme, erklärte die Bertelsmann Stiftung. Weniger als zehn Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass ihre Schüler in den vergangenen zwölf Monaten mit solchen Formaten der Demokratiebildung Erfahrungen machen konnten. Eine Ursache dafür sieht die Studie darin, dass das Thema in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern zu wenig behandelt werde.