Unesco für Zusammenführung von Förderschulen und Regelschulen

Die Schülerschaft an der Vincenzschule in Rüdesheim-Aulhausen reicht von geistig Behinderten bis hin zu Schwerstmehrfachbehinderten.

© epd-bild / Andrea Enderlein

Grundschullehrer Martin Fronen übt mit den Kindern, Zahlenbilder zu erkennen in der Vincenzschule in Rüdesheim-Aulhausen, die sich für 34 Erstklässler mit und ohne Förderbedarf geöffnet hat.

Die deutsche Unesco-Kommission bekräftigt ihre Forderung nach einem inklusiven Schulsystem. Für gerechtere Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen sei eine Zusammenführung von Förderschulen und allgemeinen Schulen notwendig, erklärte die Kommission am Mittwoch in Bonn.

Sie legte ein Sechs-Punkte-Papier mit Empfehlungen des Expertenkreises vor. Dazu zähle, dass Bund, Länder und Kommunen eine langfristige Planung für die Umstellung auf ein inklusives Bildungssystem entwickeln müssen.

Das deutsche Schulsystem sei weiterhin durch trennende Strukturen geprägt, erklärte die Vorsitzende des Expertenkreises für inklusive Bildung der deutschen Unesco-Kommission, Ute Erdsieke-Rave. Bei einer Zusammenführung von Förder- und allgemeinen Schulen zu einem inklusiven System müssten die bestehenden sonderpädagogischen Kompetenzen gesichert werden.



Das System der Förder- beziehungsweise Sonderschulen sollte nach Vorstellung des Expertenkreises schrittweise zu einem System von Förderzentren entwickelt werden, beginnend mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung, gefolgt von den anderen Förderschwerpunkten.

Alle aufnehmenden Schulen sollten eine multiprofessionelle pädagogische Grundausstattung erhalten, forderte der Expertenkreis. Unterstützendes Personal an den Schulen sollte zum Kollegium der Einrichtung gehören und gleichzeitig eng mit den externen Unterstützungssystemen verzahnt sein. Die deutsche Unesco-Kommission spricht sich auch für eine Ausweitung des schulischen Ganztags aus.