Chemnitzer Pfarrerin betont Vielfalt der Stadt

Versammlung in Chemnitz gegen Gewalt und Fremdenhass

Foto: Wolfgang Schmidt

In Chemnitz haben rund 1.000 Menschen mit dem Motto "Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln" ein Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass gesetzt.

Chemnitzer Pfarrerin betont Vielfalt der Stadt
Die Chemnitzer Pfarrerin Dorothee Lücke wehrt sich gegen den Ruf ihrer Stadt, ein Ort voller Nazis zu sein. "Das wird der Vielfalt in der Stadt nicht gerecht", sagte die Gemeindepfarrerin und Leiterin des Evangelischen Forums in Chemnitz der Zeitschrift "Publik-Forum" (Ausgabe vom 7. September).

Es gebe zwar viele Bürger, die die Meinung der AfD teilten oder noch extremere Ansichten hätten. "Aber es gibt auch viele andere Stimmen. Und nicht jeder, der bei einem der sogenannten Trauermärsche mitgelaufen ist, ist ein Nazi", sagte die Theologin. Sehr wohl müsse man aber klar Position beziehen: "Den Hitlergruß zu zeigen oder zu schreien 'Ausländer raus', darf nicht toleriert werden", unterstrich Lücke. Die Kirche sei in den letzten Wochen in Chemnitz immer anwesend gewesen. "Wir waren nicht immer in der ersten Reihe, aber immer präsent. Wir müssen uns doch den Herausforderungen stellen", betonte die Theologin.

In ihrer Gemeinde gebe es viele Mitglieder, die die Politik der Bundesregierung stark kritisierten, berichtete die Pfarrerin. Dies seien aber zugleich die Menschen, die sich um die Flüchtlinge kümmerten und beispielsweise Fahrdienste für sie übernähmen. "Man darf diese Menschen nicht in die rechtsradikale Ecke stellen", so Lücke. "Menschen mit rechtsradikalen Ansichten gibt es in unserer Kirchengemeinde nicht."



Am 26. August war beim Chemnitzer Stadtfest ein 35 Jahre alter Deutsch-Kubaner im Streit erstochen worden. Dringend tatverdächtig sind drei Asylbewerber. Rechte Gruppen instrumentalisierten die Tat für ausländerfeindliche Demonstrationen. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Attacken gegen ausländisch aussehende Personen, wie Videosequenzen zeigen.

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