UN fordern mehr Geld für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Rohingya-Flüchtlinge

Foto: dpa/Altaf Qadri

Dildar Begum, eine Flüchtlingsfrau der Rohingya-Minderheit.

UN fordern mehr Geld für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch
UN und Hilfsorganisationen brauchen dringend mehr Geld, um den mehr als 900.000 Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch zu helfen. Von den mehr als 820 Millionen Euro, die bis Dezember von allen Helfern benötigt würden, sei erst ein Drittel zugesagt worden, beklagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Freitag in Genf.
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Selbst für lebensnotwendige Hilfen drohe das Geld auszugehen, für die Verbesserung der schlechten Lebensbedingungen im weltweit größten Flüchtlingslager Kutupalong und der lokalen Bevölkerung fehlten die Mittel oft ganz.

In Kutupalong, wo mehr als 600.000 Rohingya aus dem benachbarten Myanmar auf engstem Raum leben, sei es schon eine tägliche Herausforderung, für Unterkunft, Wasser und Abwasserentsorgung zu sorgen, sagte der Sprecher. Die Sicherung des Lagers nahe der Stadt Cox's Bazaar gegen die aktuellen Monsunregenfälle sei auch mit Hilfe Hunderter Flüchtlinge gerade noch rechtzeitig erfolgt. Internationale Hilfe werde jetzt dringend gebraucht, um Schulunterricht und eine notdürftige Eigenversorgung der Flüchtlinge sicherzustellen. Das Kinderhilfswerk Unicef hatte zuletzt gewarnt, eine ganze Generation Rohingya drohe ohne Bildung verloren zu gehen.

Am diesem Samstag vor einem Jahr begann der Exodus der Rohingya aus Myanmar. Eine Offensive der Armee hatte die Fluchtwelle nach Bangladesch ausgelöst. Mehr als 700.000 Männer, Frauen und Kinder flohen seitdem ins Nachbarland. Myanmar ist buddhistisch dominiert. Die muslimischen Rohingya sind nicht als Minderheit anerkannt und werden seit langem diskriminiert. Immer wieder gibt es Übergriffe.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Freitag, die Flüchtlinge seien nach wie vor extrem schutzbedürftig. Zwar sei es gelungen, die Ausbreitung von Epidemien wie der Cholera einzudämmen, sagte ein WHO-Sprecher in Genf. Das gleiche gelte für Masern und Diphtherie. Doch sei die Lage weiterhin extrem fragil. So beeinträchtigten Überflutungen und Erdrutschen immer wieder den Einsatz in den 155 Gesundheitsstationen. Zudem fänden mehr als zwei Drittel der Geburten unter freiem Himmel statt, weil die Rohingya sich nicht trauten, ärztliche Hilfe dafür in Anspruch zu nehmen.

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