Mehr Geld für pflegende Angehörige

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hat eine Regelung auf Bundesebene gefordert, um Einkommensverluste von pflegenden Angehörigen langfristig finanziell auszugleichen. Jeder elfte Beschäftigte trage neben seiner Berufstätigkeit Verantwortung für eine oder mehrere pflegebedürftige Personen, sagte Reimann am Samstag bei einem "Mütterkongress" in Bad Harzburg.

Frauen und ältere Beschäftigte würden dabei häufiger die Pflegeverantwortung tragen. Auch müssten mehr Anreize für eine stärker partnerschaftliche Arbeitsteilung geschaffen werden.

Neben der emotionalen Belastung spielten bei der Pflege von Angehörigen auch gesundheitliche Aspekte eine wichtige Rolle, sagte Reimann laut Redemanuskript: "Pflege von Angehörigen ist physisch und psychisch anstrengend." Auch die Wirtschaft könne mit einer Veränderung der Unternehmenskultur dazu beitragen, dass die Mitarbeitenden Familie und Beruf besser vereinbaren könnten.



Die Arbeitszeiten von Frauen und Männern änderten sich mit der Gründung einer Familie, sagte die Politikerin. "Frauen sind dann im Vergleich zu Männern in einem viel geringeren Umfang erwerbstätig und dies auch wenn die Kinder schon größer sind." Sie arbeiteten in Teilzeit oder Minijobs. Das schränke insbesondere die Möglichkeiten einer eigenständigen Existenz- und Alterssicherung ein. Um eine stärkere partnerschaftliche Arbeitsteilung und bessere Entlastung von Müttern zu erreichen, gebe es noch "viel Luft nach oben". Der Kongress wurde von der Frauenhilfe und der Bad Harzburger Vorsorge-Reha-Klinik Haus Daheim in Kooperation mit der Frauenarbeit der braunschweigischen evangelischen Landeskirche veranstaltet.