Sachsen errichtet Anker-Zentrum für Asylbewerber

Sachsen errichtet Anker-Zentrum für Asylbewerber
In Sachsen soll nach dem Willen der Landesregierung ein sogenanntes Anker-Zentrum für Asylbewerber eingerichtet werden. Der Freistaat werde sich bereits in der Pilotphase an dem Projekt beteiligen, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) der "Sächsischen Zeitung" (Samstag). In den von der Bundesregierung geplanten Anker-Zentren sollen Asylverfahren von Flüchtlingen komplett abgewickelt werden.

Zunächst sollen im Rahmen einer Pilotphase bundesweit ab August oder September bis zu sechs Anker-Zentren an den Start gehen. Neben Sachsen hat auch Bayern Interesse angemeldet. "Anker" ist die Kurzform für Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtung. Kritik an den Anker-Zentren kommt von Integrationspolitikern und Flüchtlingsorganisationen.

Von der Registrierung bis zum Bescheid soll in den Zentren das komplette Asylverfahren abgewickelt werden. Junge Männer sollen dafür in der Regel bis zu 18 Monate dort bleiben müssen. Familien sollen nach sechs Monaten die Einrichtungen verlassen können. Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag die Einrichtung der Anker-Zentren vereinbart. Bundesweit sollen insgesamt 40 in Betrieb gehen.



In Sachsen werde voraussichtlich im Herbst mit der konkreten Planung begonnen, berichtete die Zeitung. Ein genauer Standort stehe noch nicht fest. Neben Leipzig oder Chemnitz dürfte Dresden in die engere Wahl kommen. Hier hat das Land den Angaben zufolge in der Nähe der Justizvollzugsanstalt eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 700 Menschen gebaut. Zurzeit beansprucht allerdings das Oberlandesgericht Dresden die Einrichtung für große Staatsschutzverfahren.

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