Kreuz Jesu ist eine Gotteskraft und kein Zeichen von Macht

Kreuz Jesu

Foto: Aaron Burden/Unsplash

Kreuz Jesu ist eine Gotteskraft und kein Zeichen von Macht
Mit einem Gottesdienst haben die badische evangelische Landeskirche und die Universität Heidelberg an die Heidelberger Disputation vor 500 Jahren erinnert.

Bei dem damaligen Streitgespräch des Reformators Martin Luther sei es ihm um das Gottesverständnis gegangen und die Absage an eine "Theologie der Herrlichkeit, die der Kirche einen Heilsbesitz zuerkennt", sagte Margot Käßmann, Reformationsbotschafterin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), laut Predigtmanuskript am Sonntag in Heidelberg.

Für Luther sei es wichtig gewesen, nicht über die "Gottheit Gottes" zu spekulieren, sondern auf das Menschsein Christi zu schauen, "auf Jesus von Nazareth also, um Gott zu verstehen", betonte Käßmann. Das Kreuz sei eine Gottesmacht, sagte die Reformationsbotschafterin. Luther habe argumentiert, dass Jesus "für uns am Kreuz gestorben" sei. Genau dadurch habe er "für uns alle Erlösung von den Sünden möglich gemacht". Diesen Gedanken führe die evangelische Kirche bis heute weiter.



Ein "Irrsinn mag dieses Kreuz den Menschen sein, aber es ist eben gerade kein Zeichen von Macht, Herrschaft und Durchsetzungsvermögen", betonte Käßmann. Vielmehr sei das Kreuz ein Zeichen von "Ohnmacht, Leid und dem Schrei nach Barmherzigkeit", sagte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende. Sie fügte hinzu: "Das müsste auch der evangelische Christ Markus Söder wissen", sagte Käßmann in Bezug auf die Entscheidung des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten zum Anbringen von Kreuzen in den Behörden des Freistaates.

Bereits am Donnerstag hatten Kirche und Universität mit einem Festakt das historisch bedeutsame Ereignis gefeiert. Der Festgottesdienst am Sonntag bildete den offiziellen Abschluss der Heidelberger Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum.

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