Jüngste Abgeordnete fordert Vielfalt in Parlamenten

Die Abgeordnete June Tomiak

Foto: dpa/Jörg Carstensen

Die Abgeordnete June Tomiak

Jüngste Abgeordnete fordert Vielfalt in Parlamenten
Deutschlands jüngste Parlamentarierin, June Tomiak (Grüne), fordert eine stärkere gesellschaftliche Durchmischung der Parlamente. "Die Politik ist viel älter, männlicher und akademischer, als unsere Gesellschaft wirklich ist", sagte die 21-Jährige am Freitag auf der Leipziger Buchmesse.

Die geringe Zahl junger Leute in Parlamenten sei da "nur eine Baustelle", fügte sie hinzu. Die Grünen-Politikerin war im Oktober 2016 im Alter von 19 Jahren als jüngste Parlamentarierin ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen.

13 Millionen Menschen in Deutschland seien jünger als 18 Jahre, "aber sie werden nicht gehört und haben keine Vertretung im Parlament", sagte Tomiak. Der jüngste CDU-Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus sei 15 Jahre älter als sie und gelte damit noch als jung. "Das ist absurd", sagte die Politikerin. Auch als "nicht reifer Mensch" sei man von allen politischen Entscheidungen betroffen, betonte sie.

Tomiak forderte eine Debatte über neue Formate der Beteiligung. Denkbar seien etwa Veranstaltungen, in denen Politiker Jugendliche anhörten, sowie eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Barrieren müssten abgebaut werden, um jungen Leuten die Beteiligung am politischen Prozess zu erleichtern. In der Leistungsgesellschaft gebe es schon im Schulalter ein "Riesenproblem mit der Vereinbarkeit", sagte Tomiak.



Die Leipziger Buchmesse läuft seit Donnerstag und dauert bis Sonntag. Auf dem Frühjahrestreff der Buchbranche präsentieren sich mehr als 2.600 Aussteller aus 46 Ländern. Gastland ist Rumänien. Beim stadtweiten Begleitprogramm "Leipzig liest" stehen rund 3.600 Veranstaltungen auf dem Programm.

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