Tafeln: Kein Zeichen für steigende Armut

Tafeln: Kein Zeichen für steigende Armut
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht im Andrang bei den Tafeln "kein Zeichen für eine steigende Armut" im Lande. Zugleich räumte er am Freitag in Düsseldorf ein, dass die ehrenamtlichen Tafeln stärker genutzt würden als noch vor ein paar Jahren.

"Das ermöglicht vielen Menschen ein Leben über dem Existenzminimum hinaus", erklärte der Ministerpräsident. Viele Rentner etwa könnten sich durch den Besuch der Tafeln und das so eingesparte Geld für Lebensmittel "noch etwas anderes leisten".

Laschet wies in der Debatte um den Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel darauf hin, dass es "keinen Rechtsanspruch gibt, dort etwas zu bekommen". Das habe man vielleicht in der Vergangenheit nicht deutlich genug gemacht, gerade für Flüchtlinge, sagte der Christdemokrat. Der finanziell festgelegte Satz, den ein junger Flüchtling in Deutschland für Essen erhält, ist seiner Ansicht nach "in hohem Maße ausreichend". Er plädierte dafür, dass die Tafeln "die Gruppen definieren, die Hilfe bekommen".

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Die Essener Tafel hatte mit ihrem Beschluss, vorerst keine Ausländer mehr als Neukunden aufzunehmen, für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte über soziale Leistungen für Deutsche und Migranten ausgelöst. Der Tafelvorstand begründete seine Entscheidung damit, dass der Anteil der Migranten unter den Kunden auf 75 Prozent gestiegen sei. Ältere Menschen und Alleinerziehende würden dadurch verdrängt.