Die Tafeln in Deutschland verzeichnen weiterhin eine große Nachfrage von Bedürftigen, die sich mit Lebensmitteln versorgen lassen möchten. Der Bedarf sei mittlerweile so hoch, dass ein Viertel aller Tafeln aktuell Aufnahmestopps oder Wartelisten eingeführt habe, weil "wir merken, wir können gar nicht so viele Menschen unterstützen", wie es notwendig wäre, sagte der Geschäftsführer des Vereins Tafel Deutschland, Marco Koppe, am Dienstag im WDR5-"Morgenecho".
Hintergrund seien unter anderem die deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise.
Laut Koppe arbeiten bundesweit rund 77.000 Menschen ehrenamtlich bei den Tafeln. Gleichwohl bestehe weiterhin ein hoher Bedarf an Mitarbeitern.
Mit Blick auf die Politik rief der Geschäftsführer dazu auf, dafür zu sorgen, dass unter anderem "armutsfeste Löhne" gezahlt werden. "Wir merken, dass viel zu viele Menschen auch zu wenig Lohn verdient haben im Laufe ihrer Erwerbstätigkeit und deshalb auch in Altersarmut fallen", erläuterte er.
Zudem setzten die steigenden Energiepreise den Tafeln in Deutschland zu. Außerdem hätten die Initiativen damit zu kämpfen, dass der Lebensmitteleinzelhandel besser bei der Bevorratung kalkulieren könne, betonte Koppe. Das sei zwar grundsätzlich positiv, habe jedoch zur Folge, dass weniger Lebensmittelspenden für die Tafeln zur Verfügung stehen.



