Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und sein Amtskollege Oliver Schuegraf aus Schaumburg-Lippe haben bei der niedersächsischen Landesgartenschau in Bad Nenndorf auf die Bedeutung des Gartens als erste Heimat der Menschheit hingewiesen.
"Am Anfang war keine Stadt, kein Dorf, keine Fabrik und kein Büro. Am Anfang war ein Garten", betont Schuegraf mit Verweis auf den biblischen Garten Eden bei der Eröffnung des Großevents. Womöglich erkläre dies die große Begeisterung vieler Menschen für das Gärtnern. "Wir grubbern, graben, mulchen, jäten und säen, als folgten wir einer tiefen Erinnerung: der Erinnerung an ein verlorenes Paradies, blühend und blaubeerprall."
Der evangelische Landesbischof Meister hebt hervor, dass Gärten die Einbindung des Menschen in die Natur bewusst machten: "Im Garten sehen wir die Kraft des Lebens am klarsten. Und wir erleben unsere eigene Abhängigkeit von Wind und Wetter." Zugleich äußert Meister die Hoffnung, dass auf der Landesgartenschau nicht nur "etwas fürs Auge" wachse, sondern auch "Achtung vor dem Leben, Verantwortung für die Schöpfung und Hoffnung für die Zukunft".
Eine "Kirche im Grünen"
Der Mensch sei nicht in die Welt gestellt worden, um zu herrschen, sondern um zu pflegen. "Ein Garten ist kein Ort der Kontrolle. Er ist ein Ort der Beziehung. Wer gärtnert, arbeitet mit dem Leben, nicht dagegen", unterstrich der Bischof. Man könne Wachstum nicht erzwingen. Die katholische und evangelische Kirche sind auf der Landesgartenschau mit einem rund 600 Quadratmeter großen Areal beteiligt.
Unter dem Motto "Ich glaub dran" wurde nach Angaben der hannoverschen Landeskirche von Studierenden der Hochschule Osnabrück eine "Kirche im Grünen" konzipiert. Zu erleben sind unter anderem ein zwei Meter hohes Kreuz aus Spiegellamellen, kreisförmige Flächen für Gemeinschaft und ein Kirchenzelt mit 30 Holzbänken, die von Kindertagesstätten und Konfirmanden gestaltet wurden.
Die Landesgartenschau läuft vom 29. April bis zum 18. Oktober. Sie bietet laut Veranstalterangaben an 173 Tagen auf 34 Hektar mehr als 1.000 Veranstaltungen. Die täglichen Angebote reichen von Gottesdiensten, Trauungen und Taufen bis zu Konzerten und Lesungen sowie einem Familien- und Kinderprogramm. Erwartet werden insgesamt bis zu 600.000 Besucherinnen und Besucher.





