Sänger Adel Tawil stellt sich Gott als universelle Kraft vor

Die Botschaften der monotheistischen Religionen sind nach Ansicht des Sängers Adel Tawil im Kern gleich. "Ich war auf einer katholischen Schule, in meiner Kindheit hat sich das überhaupt nicht ausgeschlossen", sagte der muslimische Sänger dem evangelischen Monatsmagazin "chrismon" (August-Ausgabe): "Ich habe Allah gesagt und der Lehrer Gott." Irgendwann habe er aber angefangen, sich Gott als universelle Kraft vorzustellen. Von seiner aus Tunesien stammenden Mutter und seinem ägyptischen Vater sei er islamisch, aber sehr liberal erzogen worden.

Manchmal bete er, zum Beispiel vor einem Auftritt, "dass alles gutgeht, dass nichts Schlimmes passiert", sagte Tawil der unter anderem als Mitglied des Duos "Ich + Ich" berühmt wurde. "Und ich kann nicht fliegen ohne ein kurzes 'Hey, lass mich wieder runterkommen'", ergänzte er. Im November geht der Sänger, Songwriter und Produzent auf Deutschland-Tournee. 

Vor dem Tod fürchte er sich nicht, sage der 38-Jährige. Er sei ihm schon oft von der Schippe gesprungen. "Mit fünf Jahren bin ich aus dem ersten Stock gefallen. 2013 ist mir im Flugzeug der Blinddarm gerissen", erzählte Tawil. Im vergangenen Jahr habe er sich dann bei einem Unfall in einem Pool den ersten Halswirbel an vier Stellen gebrochen: "Ich hatte riesiges Glück!" Damals habe er Ehrfurcht und Demut vor dem Leben gespürt. "Und der Tod war so präsent, der hat seinen Schrecken verloren", sagte der Sänger.