Reformierte wollen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beitreten

Reformierte wollen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beitreten
Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen will im Juli 2017 in Wittenberg der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" beitreten, die der Vatikan und der Lutherische Weltbund 1999 unterschrieben haben.
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Damit solle gezeigt werden, dass die Unterschiede zwischen katholischen und reformierten Kirchen überwunden seien und ihre "kirchentrennende Bedeutung verloren haben", sagte Hanns Lessing, Koordinator der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Gemeinschaft der Christen sei ein göttliches Geschenk, das im Dienst in der Welt zu verwirklichen sei.

Mit der am 31. Oktober 1999 unterzeichneten Erklärung hatten der Lutherische Weltbund (LWB) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen ihre gegenseitigen Lehrverurteilungen aus der Reformationszeit aufgehoben und sie als nicht mehr kirchentrennend bezeichnet. Die Erklärung gilt als Meilenstein in der lutherisch-katholischen Ökumene, im Jahr 2006 schloss sich die methodistische Kirche mit ihren rund weltweit 75 Millionen Mitgliedern an. Nun wollen die rund 80 Millionen reformierten Christen dem Text beitreten und so auch die Zusammengehörigkeit der unterschiedlichen reformatorischen Traditionen betonen.

Die von Martin Luther (1483-1546) durch seinen legendären Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 in Wittenberg und seine Lehre von der Rechtfertigung des Menschen vor Gott ausgelöste Reformation brachte neben der Spaltung in Protestanten und Katholiken auch unterschiedliche protestantische Strömungen hervor. So berufen sich die reformierten Christen auf den Schweizer Reformator Johannes Calvin (1509-1564).

Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen stimmt dem Konsens zwischen Lutheranern und Katholiken zu. In der Assoziierungserklärung, die derzeit weltweit in den reformierten Mitgliedskirchen diskutiert wird, sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beschrieben werden. Die Reformierten wollen dabei den besonderen Zusammenhang zwischen Rechtfertigung und Gerechtigkeit hervorheben und betonen, dass die Gerechtigkeit Gottes ein Impuls zum Engagement in der Welt ist.

Die Unterschriften sollen somit kein Abschluss, sondern der Anstoß zur Vertiefung von ökumenischen Gesprächen zwischen Katholiken, Lutheranern, Reformierten und Methodisten sein. Auch in der Erklärung von 1999 stellen Lutheraner und Katholiken in jeweils unterschiedlichen Absätzen in Form des "differenzierenden Konsensus" ihre Übereinstimmungen und Differenzen fest.

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