Ausstellung zeigt Reformation als Fluchtursache

Ausstellung zeigt Reformation als Fluchtursache
Eine Ausstellung in Stuttgart rückt durch die Reformation ausgelöste Auswanderungsbewegungen in den Mittelpunkt.

Unter dem Titel "Flucht vor der Reformation" zeigt das Haus der Heimat von Donnerstag an die Wege von Glaubensflüchtlingen zwischen dem deutschen Südwesten und dem östlichen Europa. Die Schau nehme "Glaubensflüchtlinge als selbstbewusste Gruppierungen wahr, die sich durch Auswanderung staatlichen Repressionen entzogen", teilte die Bildungsstätte des Landes Baden-Württemberg mit.

So hatte die Täuferbewegung, die bis heute die Taufe von Säuglingen ablehnt und nur Erwachsene tauft, im Südwesten einen schweren Stand. Einer ihrer Vertreter, Michael Sattler (geboren 1490), wurde für seine Tauflehre 1527 in Rottenburg am Neckar nach einen Ketzerprozess verbrannt. Caspar Schwenckfeld (1490-1561), ein eigenwilliger Geist in den Reformationsjahren, floh von Schlesien ins Schwabenland, konnte aber mit seinen Glaubensgrundsätzen nirgends heimisch werden. Auch er wird in der Ausstellung porträtiert.

Die evangelische Kirche feiert im kommenden Jahr 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche und auch unterschiedliche protestantische Strömungen zur Folge hatte.

Ein gespaltenes Verhältnis zum Land gab es bei den Pietisten. Ein großer Teil verstand sich und versteht sich bis heute als Bewegung innerhalb der Landeskirchen. Ein anderer Teil sonderte sich ab, rund 5.000 reisten beispielsweise in den Kaukasus aus.

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