Nikolaus Schneider: Anti-islamische AfD-Pläne schädigen das Land

Nikolaus Schneider

Foto: Sandra Stein

Nikolaus Schneider

Nikolaus Schneider: Anti-islamische AfD-Pläne schädigen das Land
Der frühere Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, hat den Vorstoß der AfD-Führung, den Islam als unvereinbar mit dem Grundgesetz darzustellen, scharf kritisiert.

"Den Islam als 'Ideologie' zu diffamieren, ist übergriffig", sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe): "Pauschale Urteile über den Islam dienen nicht der Aufklärung, sondern sie schädigen das Klima und das Zusammenleben in unserem Land."

Schneider wandte sich auch gegen Pläne der AfD, in ihrem Grundsatzprogramm Minarette und den Muezzin-Ruf zu untersagen: "Die Forderung nach einem Verbot der öffentlichen Religionsausübung für Muslime ist ein Angriff auf die im Grundgesetz verbürgte Religionsfreiheit", sagte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Mehr zu Zusammenleben und Integration
Kleiner Junge schaut durch Fensterscheibe nach draußen
In ihrer digitalen Hauptkonferenz lag den Arbeits- und Sozialministern der Länder eine Tagesordnung mit fast 100 Punkten vor. Die Corona-Pandemie und ihre teils dramatischen Auswirkungen prägten bei vielen Themen die Diskussionen.
Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr die Suche nach den Wörtern des Jahres dominiert. Doch die Hochwasserkatastrophe im Sommer hinterließ ebenfalls sprachliche Spuren.

Die rechtskonservative AfD will in ihrem ersten Parteiprogramm, das in zwei Wochen in Stuttgart verabschiedet werden soll, den Islam als verfassungswidrig hinstellen. Auch wird im Entwurf ein Verbot von Minaretten, des Muezzinrufs und von Vollverschleierungen gefordert.