Traueransprachen per Zufallsgenerator

Hilfe für Trauerreden
Traueransprachen per Zufallsgenerator
Eine kleine Software verspricht individuelle und immer wieder neue Ansprachen

In unserer Region gibt es mehrere sehr große Unternehmen. Als ich noch Gemeindepfarrer war, war es eine durchaus wichtige Information, zu wissen, dass er oder sie bei der einen Firma gearbeitet hatte. Denn: Diese Firma schickte zu jeder Beerdigung ihrer ehemaligen Mitarbeitenden einen Trauerredner. Mich hat diese kleine Geste immer sehr berührt, denn ich finde das ein ganz wunderbares Zeichen einer menschlichen Unternehmenskultur.

Dummerweise war es immer der gleiche Redner. Und er hatte auch immer mehr oder weniger die gleiche Ansprache drauf. Manche Formulierungen konnte ich nach zehn Jahren Gemeindepfarramt schon auswendig, habe aber inzwischen doch das meiste wieder vergessen. "Bei der Arbeit wurde ihm nichts geschenkt" und ähnliche Allgemeinplätze. Wie sollte auch ein hauptberuflicher Trauerredner mehr wissen über Menschen, die oft schon 20, 30 Jahre im Ruhestand waren? Da war ich als Pfarrer, der ich meist ein ausführliches Gespräch mit den Angehörigen hatte, doch klar im Vorteil.

Dem armen Firmentrauerredeabgesandten hätte ich die Möglichkeiten der heutigen Technik wirklich sehr gegönnt. Stellen Sie sich vor: Sie geben nur den Namen ein, vielleicht noch zwei, drei Charaktereigenschaften, für Vereinsmitglieder vielleicht noch das eine oder andere Ehrenamt, klicken auf "generieren" – und schon haben Sie drei individuelle Traueransprachen, die Sie bei Bedarf noch anpassen können!

Das Ganze nennt sich passenderweise Trauerredengenerator und ist letztlich nur eine Excel-Tabelle, in der vermutlich Hunderte oder Tausende Sätze und Satzvariationen gespeichert sind. Ein Zufallsgenerator setzt sie zu einer Traueransprache zusammen. Armin Strohmaier, nach eigenen Worten Amateurprogrammierer aus Leidenschaft und besessen von effizienten Excel-Anwendungen, hat das Ganze zusammengestellt und sich damit meine Sympathie erworben, so von Excel-Fan zu Excel-Fan (OK, LibreOffice Calc, aber sehen wir das mal nicht so eng.)

Ich muss gestehen: Ich hab's nicht ausprobiert. Als Pfarrer ging es mir irgendwie doch gegen die Ehre. Wobei ... manchmal hat man so Beerdigungsgespräche, in denen man praktisch überhaupt nichts erfährt. Außer, dass der oder die Verstorbene geboren wurde, zur Schule ging, gearbeitet hat und gestorben ist. Manchmal liegt es daran, dass die Hinterbliebenen all die Dinge für sich selbst nicht so sortieren können. Manchmal auch daran, dass sie die Person einfach nicht gut gekannt haben. Vielleicht sollte ich mir mal aus meinen bisherigen Beerdigungsansprachen einen eigenen Zufallsgenerator bauen. Aber nein, das ist mir zu wichtig und zu persönlich.

Aber für Leute, die beispielsweise einen Nachruf für ein verstorbenes Vereinsmitglied halten sollen und sich damit völlig überfordert fühlen? Ich könnte mir vorstellen, dass die 11,95 € dafür ganz gut angelegt sind. Das müssen Sie dann aber selber entscheiden.

PS: Ursprünglich hatte ich vor, die Sätze dieses Artikels in zufälliger Reihenfolge sortieren zu lassen. Das war zwar eine lustige Idee, ergab aber einfach überhaupt keinen Sinn.

Na ja. Andererseits ... Bitteschön.

Aber für Leute, die beispielsweise einen Nachruf für ein verstorbenes Vereinsmitglied halten sollen und sich damit völlig überfordert fühlen? Ich könnte mir vorstellen, dass die 11,95 € dafür ganz gut angelegt sind.

Manchmal liegt es daran, dass die Hinterbliebenen all die Dinge für sich selbst nicht so sortieren können.

Manchmal auch daran, dass sie die Person einfach nicht gut gekannt haben.

Ich muss gestehen: Ich hab's nicht ausprobiert.

Manche Formulierungen konnte ich nach zehn Jahren Gemeindepfarramt schon auswendig, habe aber inzwischen doch das meiste wieder vergessen.

Als ich noch Gemeindepfarrer war, war es eine durchaus wichtige Information, zu wissen, dass er oder sie bei der einen Firma gearbeitet hatte.

Dummerweise war es immer der gleiche Redner.

Vielleicht sollte ich mir mal aus meinen bisherigen Beerdigungsansprachen einen eigenen Zufallsgenerator bauen.

In unserer Region gibt es mehrere sehr große Unternehmen.

Wie sollte auch ein hauptberuflicher Trauerredner mehr wissen über Menschen, die oft schon 20, 30 Jahre im Ruhestand waren?

Außer, dass der oder die Verstorbene geboren wurde, zur Schule ging, gearbeitet hat und gestorben ist.

Stellen Sie sich vor: Sie geben nur den Namen ein, vielleicht noch zwei, drei Charaktereigenschaften, für Vereinsmitglieder vielleicht noch das eine oder andere Ehrenamt, klicken auf "generieren" – und schon haben Sie drei indiviudelle Traueransprachen, die Sie bei Bedarf noch anpassen können!

Wobei ...

Mich hat diese kleine Geste immer sehr berührt, denn ich finde das ein ganz wunderbares Zeichen einer menschlichen Unternehmenskultur.

Als Pfarrer ging es mir irgendwie doch gegen die Ehre.

Da war ich als Pfarrer, der ich meist ein ausführliches Gespräch mit den Angehörigen hatte, doch klar im Vorteil.

Aber nein, das ist mir zu wichtig und zu persönlich.

Armin Strohmaier, nach eigenen Worten Amateurprogrammierer aus Leidenschaft und besessen von effizienten Excel-Anwendungen, hat das Ganze zusammengestellt und sich damit meine Sympathie erworben, so von Excel-Fan zu Excel-Fan (OK, LibreOffice Calc, aber sehen wir das mal nicht so eng.)

Das müssen Sie dann aber selber entscheiden.

Und er hatte auch immer mehr oder weniger die gleiche Ansprache drauf.

Manchmal hat man so Beerdigungsgespräche, in denen man praktisch überhaupt nichts erfährt.

Das Ganze nennt sich passenderweise Trauerredengenerator und ist letztlich nur eine Excel-Tabelle, in der vermutlich Hunderte oder Tausende Sätze und Satzvariationen gespeichert sind.

"Bei der Arbeit wurde ihm nichts geschenkt" und ähnliche Allgemeinplätze.

Dem armen Firmentrauerredeabgesandten hätte ich die Möglichkeiten der heutigen Technik wirklich sehr gegönnt.

Denn: Diese Firma schickte zu jeder Beerdigung ihrer ehemaligen Mitarbeitenden einen Trauerredner.

Ein Zufallsgenerator setzt sie zu einer Traueransprache zusammen.

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