...diese Art Königin!

geistvoll in die Woche
...diese Art Königin!
Heute Abend beginnt unser jüdisches Purimfest. Dabei feiern wir die Rettung der Juden im antiken Persien vor dem Vernichtungsplan des bösen Ministers Haman. Die mutige jüdische Königin Esther ist dabei eine der wichtigsten Figuren. Und ihr Mut kann uns auch heute noch inspirieren.

Purim hat viele Aspekte und viele Helden und noch mehr Traditionen, aber Königin Esther hat in dieser Geschichte eindeutig die Hauptrolle. Sie verhindert einen Völkermord an den Juden. Und das, obwohl sie erst gezögert hat. Denn als ihr klar wird, was sie tun soll (nämlich Achaschwerosch aufklären über ihre Herkunft und den Verrat), hat sie zunächst mal Angst und zaudert. Sie erklärt Mordechai was das alles an Schwierigkeiten mit sich bringen könnte. Mordechai aber erwidert ihr: 

"Wenn du in diesen Tagen schweigst, dann wird den Juden anderswoher Hilfe und Rettung kommen. Wer weiß, ob du nicht gerade DAFÜR in dieser Zeit Königin geworden bist?"

Diese Antwort ist in vielfältiger Weise erstaunlich. Einerseits zeugt sie von Mordechais tiefer Gewissheit, dass Gott uns rettet, und zum anderen mahnt er Esther an ihre Aufgabe - nämlich, sich zu ihrer Herkunft zu bekennen und ihren Platz, ihre Position zu nutzen, um die Juden zu retten. Und Esther stellt sich schließlich dieser Aufgabe- trotz ihrer Angst. 

Und genau weil Esther keine strahlende, starke Heldin ohne Angst und Zweifel war, kann man sich gut mit ihr identifizieren. Denn sich für das Richtige zu entscheiden, die Wahrheit auszusprechen und sich zu etwas bekennen erfordert unter Umständen Mut. Es erfordert Überwindung. Ehrlichkeit. Aufrichtigkeit.

Aber genau das ist unsere Aufgabe hier.  
Gott setzt uns nicht ohne Grund an einen bestimmten Ort, zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er hat uns nicht zufällig in diese Familie gesteckt, in diese Stadt, in die Position. Er hat uns nicht zufällig diese Kinder geschenkt, nicht zufällig den Bettler an den Wegrand gesetzt. Wir sind auch nicht zufällig mit bestimmten Begabungen ausgestattet, sondern, weil es immer etwas gibt, das Gott von uns erwartet. Wir müssen niemand Besonderes oder gar Berühmtes sein, um eine heilige Aufgabe zu haben. Wir dürfen auch Angst haben. Und Zweifel. Aber wir sind wichtig und für etwas Bestimmtes gedacht. Jeden Tag, in jeder Stunde. Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Auch wenn Du zweifelst und Angst hast. Du bist wertvoll für Gott. Und Du kannst für andere ein Segen sein. Rettung sogar. Zumindest ein Strohhalm zum Festhalten. Trau Dich also . Sei für andere diese Art Königin! 


 


 


 


 


 


 


 

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