Weniger Gottesdienste!

Weniger Gottesdienste!
Radio Bremen überträgt weniger Gottesdienste. Ist das schlimm?

Welch eine Katastrophenmeldung: Radio Bremen überträgt ab sofort – nach einer Programmumstellung von „Nordwestradio“ zu „Bremen Zwei“ zum 12. August – nicht mehr so viele christliche Gottesdienste wie bisher! Wurden bisher 25 Gottesdienste im Jahr in den Äther geschickt, sind es in Zukunft lediglich neun, vor allem an den großen christlichen Festtagen.

Wieder könnten wir klagen und jammern über Entchristianisierung des westlichen Abendlandes, siehe dazu bitte den entsprechenden Abschnitt im letzten Beitrag in diesem Blog. Auch die katholische Kirche sieht die Entwicklung laut Pressemeldung des epd kritisch: Gerade das öffentlich-rechtliche Radio habe ja auch den Auftrag, Angebote für kleinere Zielgruppen zu machen und nicht immer nur auf die – offensichtlich eher beklagenswert mauen – Einschaltquoten zu schielen.

Das stimmt natürlich. Trotzdem sehe ich in der Umstellung eine große Chance. Mal ganz ehrlich: Wer hört denn heute noch im Radio einen kompletten Gottesdienst mit allem Drum und Dran? Zumal es ja auch im Fernsehen Alternativen gibt. Radio, das ist heute: Kurze Schnipsel. Knackig auf den Punkt gebracht. Nicht 60 Minuten, sondern 60 Sekunden: Das ist die Vorgabe, die beispielsweise ich bei unserem Schweinfurter Lokalradio „Radio Primaton“ zu beachten habe. Und was soll ich sagen: Das funktioniert. Die Menschen hören zu. Immer wieder werde ich darauf angesprochen. 60 Sekunden, das ist schon eine Herausforderung: Wie kann ich die frohe Botschaft in radiogerechte „Happen“ verpacken, ohne dabei zu flach zu werden?

Bremen Zwei wird sich dieser Herausforderung stellen, so jedenfalls ist der Plan. Komplette Gottesdienste gibt es ja immer noch im NDR, ZDF und Deutschlandfunk. Statt Gottesdiensten, die man eh nicht so richtig im Radio verfolgen kann, soll es bei Bremen Zwei ein religiöses Magazin mit mehreren kurzen Beiträgen geben, „die man gut hören kann“. Weniger Gottesdienst im Radio – ein Rückschritt? Nein, vielleicht eher ein Schritt nach vorn. Zu den Menschen. Wir dürfen gespannt sein.

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