Die Schritte ins Neue Jahr sind weich und langsam.
Tage mit Ausruhen, Familie, Freunden, Essen,
Licht, Erinnerungsfäden und vielen Emotionen.
Tage mit Unterbrechung gehen ihm voran.
Entschleunigung. Ausgebremst. Feiertage.
Schritt-für-Schritt-Tage.
Wo alles Schritt halten kann,
auch das Verstehen und Spüren und die Seele.
Geschwindigkeit einer kurz zur Ruhe gekommenen Welt.
Und nun: wieder in Tritt kommen.
Nun: wieder durchstarten.
Mürrisch manchmal und schwerfällig,
unlustig manchmal und wehmütig.
Ins blendend Weiß
der ungeschriebenen
und doch schon durchgetakteten Tage.
Mit Tiktak-Modus,
Kalendern, die wie wilde Laufbänder nach vorne reißen.
Oder für andere mit dem sich weiter dehnende Nicht-Unterschied,
dem lauen Weiterplätschern, das auf andere Weise Kraft kostet,
nämlich, um auch mal aus dem Kreislauf heraus zu kommen.
Meine Seele huscht allem hinterher.
Sie ist wie ein verschrecktes Frettchen.
Ein weißes.
Das wieselnd unter Tagesaufgaben und Bildschirmen
in allen Größen hindurch wischelt.
Immer kurz innehaltend.
Meine Seele ist wie ein Leichtflieger in Insektengröße,
leicht wie ein Kolibri,
ohne Gewicht und innen herzklopfend warm und wach.
Von der Blüte eines Lächelns
zur Wärme einer freundlichen Hand flirrend.
Meine Seele verspannt sich
zwischen Stunden und Gähnen und klingelnden Weckern.
Sie will sich ins Licht erheben, wie eine tänzelnde Schneeflocke
und baumelnd an Ruhestangen hängen, wie ich als Kind,
kopfüber.
Sie braucht Raum zum zappeln, wiegen, seufzen und sich anlehnen.
Seelenzeit.
Meine Seele ist der gute Triggerpunkt meines Lebensweges.
Am besten geht es ihr, wenn sie hin und wieder baumeln kann.
Dann geh ich auch überzeugter ins Unbekannte,
ich meine,
ins Leben.
#challenge: Etwas finden, das Deine Seele baumeln lässt. Jetzt gleich.


