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Segen ist, dass es dich gibt

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Segen ist, dass es dich gibt
Wir können über Segen nicht reden, bevor wir nicht wahrnehmen, was schon ist. Wir sind uns selber vorgegeben - ins Leben ‚gerufen‘. Wir sind schon da, bevor wir darüber denken können, dass wir da sind.

Wir können über Segen nicht reden, bevor wir nicht wahrnehmen, was schon ist. Wir sind uns selber vorgegeben - ins Leben ‚gerufen'. Wir sind schon da, bevor wir darüber denken können, dass wir da sind. Das ist die basale Erfahrung, dass Leben vor uns existierte und uns wollte. Denn ohne dass etwas bewirkt hätte, dass es uns gibt, gäbe es uns nicht. Etwas oder jemand wollte mit uns (etwas) anfangen. Das klingt banal, ist aber entscheidend für das eigene Lebensgefühl: Bin ich richtig hier? Diese Frage braucht ein Gegenüber, denn alles lebt von der Beziehung. Die Geburt selber ist bereits eine Antwort: Ja, das Leben selbst wollte dich. Viele denken, sie müssten ihr Leben rechtfertigen, das heißt viel einsetzen, damit man merkt, sie seien ‚zu Recht' auf der Welt. Sie machen einen Wirbel um sich. Oder wenn sie sich dessen nicht sicher sind, verlegen sie sich aufs Recht-Haben. Im Bereich des Segens geht es aber darum, gutzuheißen, dass man da ist. Die Antwort auf die Frage: ‚Bist du einverstanden mit deiner Geburt?' wäre dann das elementarste Glaubens-Bekenntnis - Ja oder Nein. Daraus kann weiter die religiöse Vorstellung einer Instanz reifen, die mit uns ist und bereits vor uns mit uns war und es auch ‚in Ewigkeit' sein wird. Denn was man tief weiß, überschreitet alle zeitlichen Horizonte. Wie bei der Liebe. Versteht sich ein Mensch als Antwortender auf diese Herkunft, hat er eine religiöse Dimension betreten, egal, in welcher Konfession das mündet. Das Herkommen verdankt sich, kennt seinen Ursprung und kennt ihn zugleich nicht. Gott haucht aus Erde den Gegen-Hauch heraus, so wurde der erste Mensch - das schildert der biblische Mythos. So entsteht Liebe. In diesem Raum aus Hauch und Gegenhauch, also aus Konspiration bildet sich Leben.

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