Technik statt Fell: Der digitale Blindenhund

Mit dem digitalen Blindenhund sollen sich Sehbehinderte frei und flexibel in ihrer Umgebung bewegen können. Auch im Straßenverkehr. 50 Studierende haben vier Jahre lang an dem Gerät getüftelt. Jetzt laufen erste Tests unter realen Bedingungen. Selbst Joggen könnte mit dem sogenannten "Shared Guide Dog" einmal möglich sein.

Der bundesweit erste "digitale Blindenführhund" wird aktuell im Straßenverkehr getestet. Er wird fit gemacht für Ampeln, Hindernisse und entgegenkommende Fahrräder. In ein paar Jahren soll er seinem tierischen Vorbild Konkurrenz machen.

André Rabe legt seinen Blindenstock zur Seite und testet den "digitalen Blindenhund" der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). Zwischen U-Bahn-Haltestelle, Straßenkreuzung und Park steuert sein "Shared Guide Dog" Richtung Ampel. Der automatisierte Führhund, der wie ein fahrerloses Transportfahrzeug funktioniert, bremst bei Rot. "Auch wenn Kinder oder Fahrräder plötzlich den Weg kreuzen, muss das Gerät automatisch abbremsen", erklärt Initiator und Logistik-Professor Henner Gärtner sein bundesweit einzigartiges Projekt. Die Technologie basiert auf einem geländegängigen Rollator, der elektronisch angetrieben wird und mit Sensoren ausgestattet ist.