Beziehung und Familie

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
ich bin seit vielen Jahren mit meinem Mann verheiratet. Es gab während dieser Zeit sehr schwierige Phasen mit Arbeitslosigkeit meines Mannes und Problemen mit den Kindern (ein Kind ist behindert). In dieser Zeit habe ich mittelschwere bis schwere Depressionen bekommen und habe sie immer noch. Die Krankheit wurde mit Medikamenten behandelt, die meine Libido vollkommen zum Erlöschen brachten (und bringen). Ich habe schon etliche Präparatwechsel gehabt deswegen, teilweise mit schlimmen Nebenwirkungen. Es hat nicht geholfen.
Mein Mann forderte und fordert trotzdem regelmäßig den Sex ein und begründete dies biblisch. Irgendwo stände, ich glaube bei Paulus, dass die Ehepartner "einander nicht vorenthalten sollen". Deshalb sei es meine moralische und christliche Pflicht, mit ihm Sex zu haben - auch wenn mir nicht danach ist.
Ich ließ es also über mich ergehen, denn sonst wurde er auch mal wütend und schrie herum, ich würde meine "ehelichen Pflichten" nicht erfüllen. Der Hinweis auf die Depression und die Medikamente halfen nichts.
Ende 2018 entdeckte ich zufällig, dass er schon fast seit 10 Jahren zu Prostituierten ging. Als ich ihn zur Rede stellte, sagte er, ich hätte ihn "sexuell hängen gelassen", er hätte keine andere Wahl gehabt. Dabei war das gar nicht komplett der Fall.
Ist es wirklich so, dass man "einander nicht vorenthalten" soll, und wenn ja: wie sieht es bei Krankheit aus?
Sieht die Bibel vor, dass ein Mann sich bei Prostituierten "Erleichterung" verschafft, wenn die Frau nicht dazu in der Lage ist?
Vielen Dank
Maria