Erste Hilfe aus dem Suppentopf

Foto von Suppenschale
Katrin Hummel
"Penicillin-Suppe" aus Italien
Erste Hilfe aus dem Suppentopf
In unserer Serie "Kreuz & Krümel" zeigt evangelisch.de-Autorin Katrin Hummel Rezepte mit christlicher Bedeutung. Heute geht es um eine Suppe, die in Italien als echtes "Penicillin" gilt – und erstaunlich gut zur Geschichte vom barmherzigen Samariter passt.

Wenn Sie jemanden sehen, dem es schlecht geht, was tun Sie dann? Einfach weitergehen? Erst einmal nachfragen, was los ist? Erste Hilfe leisten und helfen? Oder schnell in die Küche eilen und eine Suppe kochen? 

In einem bekannten Gleichnis erzählt Jesus von einem Mann, der unter die Räuber gefallen war und verletzt am Straßenrand lag. Und wie erst ein Priester einfach vorüber ging und später auch ein Priester-Gehilfe, ein Levit, den Verletzten einfach ignorierte. Kurz darauf kam ein Samariter vorbei, ein Ausländer, der nicht wirklich angesehen war. Und doch: er war der einzige, der anhielt. 

Er nahm Öl und Wein aus seiner Tasche und goss beides über die Wunden. Denn das sind nicht nur seit jeher wertvolle Zutaten in der Küche, sondern gehörte früher gewissermaßen auch in jeden Erste-Hilfe-Kasten, da sie antibakteriell und desinfizierend wirken. Der Samariter hob den Mann auf sein Tier, brachte ihn in eine Herberge, kümmerte sich dort weiter um ihn, bevor er dann am nächsten Tag den Wirt bezahlte, um sich weiter um den Verletzten zu kümmern, bis der wieder ganz gesund war. Der Samariter sagte dem Wirt sogar, dass wenn er für die Pflege mehr als die zwei Silbergroschen bräuchte, die er ihm zahlte, er den Rest gerne begleicht, wenn er das nächste Mal wieder kommt. 

Tja, unter diesen Umständen hat sich der Wirt bestimmt redlich um den Kranken bemüht und keine Kosten gescheut, um ihn gesund zu pflegen und wieder aufzupäppeln. Und wer weiß, vielleicht hat der Wirt dem Kranken ja sogar genau diese Suppe gekocht. 

 

Die italienische Penicillin-Suppe ist eine cremige Brühe mit winzigen Nudeln, die in Italien ‚Pastina‘ genannt werden und jede Nonna kocht sie, wenn ihre Liebsten erkältet, krank, müde oder traurig sind. Ja, manche gehen soweit zu sagen, dass diese Suppe die beste Therapie ist, auch wenn sie natürlich keine echten Medikamente beinhaltet, dafür aber nur die allerbesten Zutaten sowie einen großen Schluck Liebe und Fürsorge. 

Und hier kommt auch schon das Rezept zu diesem Gesundmacher.

Zutaten für 4 Personen: 

1,5 – 2 Liter Gemüsebrühe (je nachdem, ob es eher flüssig oder cremiger sein soll)
3 Karotten
3 – 4 Stangen Staudensellerie
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
Kräuter nach Belieben (z.B. Thymian, Rosmarin, Liebstöckel)
Salz, Pfeffer, Zucker
200 g Pastina, alternativ Sternchennudeln 

Zubereitung: 

1.) Die Gemüsebrühe in einem großen Topf köcheln lassen. 

2.) Die Karotten schälen und in grobe Stücke schneiden, den Staudensellerie waschen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und gegebenenfalls halbieren. Die Kräuter waschen. 

3.) Das Gemüse in die Brühe geben. Die Kräuter in einen Teesieb füllen und in die Brühe hängen. Falls kein Teesieb vorhanden ist, die Kräuter entweder kleinschneiden oder im Ganzen zur Suppe geben, vorm Pürieren jedoch herausnehmen. Das Ganze nun ca. 30 Minuten köcheln lassen. 

4.) Das Gemüse nun mit etwas Brühe in einen Mixer oder Rührbecher geben und mit dem Stabmixer pürieren. Das pürierte Gemüse nun wieder zurück zur Brühe geben und nach Belieben mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 

5.) Die Nudeln zur Suppe geben und bissfest garen. Das kann aufgrund der Konsistenz der Suppe etwas länger dauern, als die auf der Packung angegebene Zubereitungszeit. Suppe in die Teller füllen und den Kranken servieren oder vorbeugend selbst genießen. 

Wem würden Sie die Suppe servieren? Der Familie? Freunden? Nachbarn? Tja, genau darum geht’s in dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter ja eigentlich: Wer ist mein Nächster. Das wird Jesus von einem Schriftgelehrten gefragt, der das ewige Leben erben möchte. Dass er dafür Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, allen Kräften und von ganzem Gemüt lieben soll, das weiß er schon. Auch dass er seinen Nächsten und sich selbst ebenso lieben soll. Nur wer genau jetzt sein Nächster ist, das weiß der Schriftgelehrte eben nicht. Und genau in diesem Kontext erzählt Jesus das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Denn für den Verletzten war sein Nächster nicht etwa die Menschen seines Volkes, sondern ein ganz und gar Fremder. 

Und wer weiß, vielleicht kochen wir beim nächsten Mal einfach die doppelte Menge der Suppe und schauen, wem wir damit zum Nächsten werden können. 

In dem Sinne: Geht gesegnet und gesättigt in diesen Tag!